Thies Boysen kommt nun doch zum Zug / Erste Reaktion des Käufers

Holdenstedt: „Schlosserhalt ist unser aller Ziel“

Das Schloss Holdenstedt wechselt nach fünf Jahren der Käufersuche den Eigentümer.
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Das Schloss Holdenstedt wechselt nach fünf Jahren der Käufersuche den Eigentümer.

Uelzen-Holdenstedt – Der Hamburger Investor Thies Boysen, der nun doch beim Kauf des Schlosses Holdenstedt zum Zug kommt, betont, dass ihm am Erhalt des historischen Baus gelegen ist.

„Der Schlosserhalt ist unser aller Ziel. Dies sollte im Mittelpunkt bleiben“, so Boysen in einer ersten Reaktion zu den jüngsten Entwicklungen.

Wie berichtet, hatte Armgard von der Wense aus der Erbauer-Familie kurz vor dem Jahreswechsel erklärt, nicht mehr vom Vorkaufsrecht Gebrauch machen zu wollen. Sie hatte eigentlich einen Verkauf an Boysen verhindern wollen.

Dieser ist als Käufer nicht unumstritten, weil er im Park des Schlosses Gebäude mit Wohnplätzen für Senioren schaffen will. Kritiker befürchten, dass es ihm nur um die Neubauten gehe und dass er schließlich das Schloss weiterverkaufen könnte.

Im Inneren des historischen Baus muss die Elektrik dringend erneuert werden.

In seinem Statement erklärt Thies Boysen, dass er all seinen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Schloss-Kauf „gerne nachkommen“ werde. Vertraglich festgelegt ist eine schrittweise Sanierung des Baus. Für eine weitere öffentliche Nutzung ist die Erneuerung der Elektrik unumgänglich. Sie soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden.

Boysen ist nach eigener Aussage offen für ein Engagement, das dem Erhalt des Schlosses dient. „Wer daran mitarbeiten möchte, ist herzlich eingeladen.“ Eine Offerte in Richtung Armgard von der Wense? Sie hatte in Bezug zu der eigentlich geplanten Schloss-Übernahme erklärt, dort eine Bildungsstätte, eine Kunstgalerie sowie ein Kinder- und Jugendforum etablieren zu wollen.

Noch ist Boysen nicht der Eigentümer des historischen Baus. Der Kaufvertrag ist zwar bereits unterzeichnet, Gebäude und Grund sind aber noch nicht überschrieben. Die Stadt erwartet noch die schriftliche Erklärung zum Verzicht des Vorkaufsrechts, eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes und die vertraglich vereinbarte Summe für das Schloss. Stadtsprecherin Ute Krüger: „Die Besitzübergabe erfolgt am Tage der Zahlung des Kaufpreises.“

Das grundsätzliche Vorkaufsrecht für Armgard von der Wense bleibt, so erklärt die Stadt auf Nachfrage, grundbuchlich erhalten, was wieder bei einem etwaigen weiteren Verkauf des Schlosses zum Tragen käme. Die Stadt besitze zudem ein Wiederkaufsrecht.

Thies Boysen findet zur jüngsten Entwicklung auch Worte des Dankes. Der Investor sagt: „Ich danke allen, die Vertrauen haben in mein Konzept und meine Person und in dieser langen Zeit der Verhandlung immer konstruktiv nach Lösungen gesucht haben.“

VON NORMAN REUTER

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