Verkauf des historischen Baus: Verein IKU blickt beruhigt in die Zukunft

Holdenstedt: Besänftigte „Schlossretter“

+
Vor dem Verkauf: Das Schloss Holdenstedt ist zurzeit noch eine Kulturstätte in öffentlicher Hand. IKU hatte sich vorgenommen, dass das so bleibt.

Uelzen-Holdenstedt – Für sie war es eine Horror-Vorstellung: Das Schloss Holdenstedt in privaten Händen, womöglich verloren als Ort, an dem Kultur und Kunst zu finden sind. 2014 machten sich deshalb Uelzener auf den Weg, das zu verhindern.

Später entwickelte sich aus der Initiative IKU sogar ein Verein.

Nun sind mit einem Hamburger Investor die Eckpunkte für einen Kaufvertrag verhandelt und Bürgermeister Jürgen Markwardt sagte jüngst, der Vertrag werde in Kürze der Politik, die das letzte Wort hat, vorgelegt. Treibt das die Schlossretter um? Nein. Jürgen Schmidt, Vorsitzender des Vereins, sagt nach einer Mitgliederversammlung am Dienstag sogar: Man sei zufrieden.

Dass die Schlossretter gelassen der Zukunft entgegensehen, ist Ausführungen des möglichen Käufers geschuldet, der am Dienstag der Vereinssitzung beiwohnte. Er will auf dem Gelände nicht nur Gebäude mit Wohnplätzen für Senioren errichten, er möchte auch, dass das Schloss weiterhin als Kulturstätte erhalten und für die Öffentlichkeit damit zugänglich bleibt.

„Bis zu 50 Veranstaltungen, so wurde erklärt, sollen dort jährlich dann stattfinden können“, sagt Jürgen Schmidt. Gleichzeitig gebe es auch Aussagen des Investors, was eine Sanierung des historischen Baus betrifft, schildert Renate Schmidt. Sie war eine der Begründerinnen der Initiative zum Schloss, deren Mitglieder auch die Sorge hatten, ein veräußertes Schloss könnte vernachlässigt werden.

Wenn nun zentrale Forderungen des Vereins bei einem Verkauf erfüllt werden, braucht es ihn dann überhaupt noch? Jürgen Schmidt stellt klar: Den Verein wird es auch künftig noch geben. Man verstehe sich nicht nur als Schlossretter, sondern vor allem auch als Förderer der Kultur. Bei einem Verkauf des Schlosses wolle man mit dem neuen Eigentümer und der Stadt zusammenarbeiten, gemeinsam Ideen für Veranstaltungen entwickeln, so Renate Schmidt. Roa Hachmann, ebenfalls Begründerin von IKU sagt, man wolle auch wachsam das Projekt begleiten.

Der Verein glaubt, dass er dazu beigetragen hat, dass das Schloss für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. „Wir haben mit unserer Arbeit noch einmal herausgestellt, welches Kleinod die Stadt mit dem Schloss besitzt“, so Renate Schmidt.

Roa Hachmann erinnert an die mehr als 1000 Unterschriften, die gesammelt worden seien und an die Veranstaltungsreihe 2017 zum Schloss-Erhalt.

VON NORMAN REUTER

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare