1. az-online.de
  2. Uelzen
  3. Stadt Uelzen

Hohes Preisniveau auf dem Markt: Stadtforst Uelzen schlägt 2023 mehr Holz

Erstellt:

Von: Lars Becker

Kommentare

Im Uelzener Stadtforst – hier eine Stelle unweit der Jugendherberge – sind in den letzten Tagen unzählige Bäume ein Opfer der Orkanböen geworden.
Die Orkan-Ereignisse im Februar haben zusammen mit den Schäden durch den Borkenkäfer dafür gesorgt, dass in diesem Jahr schon fast doppelt so viele Erntefestmeter Holz im Stadtforst angefallen sind wie geplant. © Lars Becker

Im Stadtforst Uelzen soll im Kalenderjahr 2023 mehr Holz gechlagen werden als sonst üblich. Das erklärte Stadtförster Thomas Göllner im Ausschuss des Eigenbetriebs. Sinnvoll sei das vor dem Hintergrund der attraktiven Marktlage.

Uelzen – Der Betriebsausschuss Stadtforst Uelzen hat in seiner Sitzung einstimmig den Haushaltsplan 2023 des Eigenbetriebs befürwortet. Dieser weist vor allem aufgrund der guten Ertragssituation auf dem Holzmarkt für das kommende Jahr ein positives Jahresergebnis von 27 100 Euro aus. „Wir sind und bleiben schuldenfrei – es sind keinerlei Kredite offen oder erforderlich“, betonte Stadtförster Thomas Göllner.

Trotz hoher Schadholzmengen nach Dürre und Borkenkäferbefall halte sich, so Göllner, der Preis für die Fichte stabil auf gutem Niveau. Anders sehe es bei der Kiefer aus. Hier sei nur ein leichtes Anheben des Preisniveaus möglich. Indes deutlich angestiegen sind die Preise für Lärche und Douglasie: Sie liegen laut Göllner auf hohem Preisniveau.

„Nachhaltig im Rahmen unserer Möglichkeiten“

Auf die Nachfrage des Ausschussvorsitzenden Klaus Knust (SPD), ob man deshalb bemüht sei, besonders viel von diesen Arten zu verkaufen, sagte Göllner: „Wir versuchen immer, höherwertige Sortimente zu hohen Preisen an den Markt zu bringen – das gilt ab Januar insbesondere für Laubholz. Das alles passiert aber nachhaltig im Rahmen unserer Möglichkeiten.“

Der Stadtförster verwies darauf, dass sich auch für Eiche und Buche eine positive Preisentwicklung aufgrund hoher Nachfrage bei geringem Mengenangebot abzeichne. In Summe wird für 2023 mit Erträgen auf den Holzmärkten in Höhe von 476.400 Euro kalkuliert.

„Immer noch im Sturm-Aufbereitungs-Modus“

Unterm Strich bekäftigte Thomas Göllner verbunden mit dem Hinweis auf viel Schadholz durch die Orkan-Ereignisse vom 18. und 19. Februar dieses Jahres: „Wir sind immer noch im Sturm-Aufbereitungs-Modus. Eine Erhöhung der Holzeinschlagsmenge ist aufgrund der Marktsituation mit hohem Preisgefüge und der Kalamitätsholzprognose sinnvoll. Die Hiebsplanung sieht daher für 2023 einen um 800 Erntefestmeter erhöhten Hiebssatz von 5100 Erntefestmetern vor.“

Zur Verdeutlichung der Gesamttragweite von Orkan-, aber auch Borkenkäfer-Schäden erklärte der Stadtförster: „4300 Erntefestmeter sind der Regeleinschlag der letzten Jahre. In diesem Jahr haben wir aber seit Januar schon über 8200 Festmeter realisiert – also fast das Doppelte des Jahreseinschlags.“ Allein 2000 Festmeter seien auf den Borkenkäfer zurückzuführen, der ab August gewütet habe. Und auch für 2023 werde weiter ein erhebliches Schadpotenzial durch rindenbrütende Borkenkäfer an der Fichte erwartet.

Endlich zwei neue Rückepferde für den Forst

Dringend geboten – und deshalb auch vom Ausschuss mitgetragen – werden für das kommende Jahr Investitionen in Höhe von 96.000 Euro. Der wesentlichste Posten ist dabei ein An- und Umbau des Forsthofgebäudes mit Sozialräumen für die Mitarbeitenden. „Die Modernisierung ist dringend erforderlich, hier ist fast 30 Jahre lang nichts gemacht worden“, so Thomas Göllner. In diesem und im nächsten Jahr sind jeweils 50.000 Euro an Investitionen in Gebäude und jeweils weitere 30.000 Euro für die Forsteinrichtung veranschlagt.

2023 sollen außerdem endlich zwei neue Rückepferde angeschafft werden – für die Kaltblüter, die bei der Arbeit im Forst helfen, sind schon seit 2019 im Haushalt 10 000 Euro veranschlagt. 4000 Euro kostet zudem ein dringend erforderlicher Anhänger.

Jährlich Pflanzaktion wie am O-See geplant

Rückblickend stellte Göllner noch einmal die große Pflanzaktion am Oldenstädter See heraus. Im März waren 6000 Setzlinge von rund 50 Zentimetern – Traubeneiche, Edelkastanie, Spitzahorn und Kiefer – in die Erde gebracht worden. „Das war und ist eine richtig gute Geschichte, deshalb wollen wir das jetzt jedes Jahr machen. Flächen dafür haben wir genug“, führte der Stadtförster aus.

Er rechne mit einem Ausfall von „vielleicht zehn bis 20 Prozent. Das schauen wir uns an und bessern dann nach. Das sah im Sommer schon traurig aus, zudem sind auch zwei Rehe in die Fläche eingebrochen. Sie haben schamlos ausgenutzt, dass die Tür offen stand“, so Göllner. Insgesamt seien die Pflanzen aber „super angewachsen“.

Auch interessant

Kommentare