Uelzen: Literarisch-musikalische Feier zu zehn Jahre Frauenfrühstück

Mit Mut und Hoffnung

Benjamin Seipel am Flügel, Christian Brudereck und Hannelore Plutschinski bei der Begrüßung. Foto: Kaiser

Uelzen. Da steht an der Mauer, die Palästina und Israel trennt, dieser Hoffnungssatz von Martin Luther King: „I have a dream“.

Und da bleibt eine Schwarze in den USA des Jahres 1955 im Bus einfach sitzen, obwohl das Gesetz ihr das verbietet, wenn ein Weißer Platz zu nehmen wünscht. Es gibt Bilder, die machen stumm, weil ihre Botschaft erschüttert. In eigener Sattheit und Bequemlichkeit, inmitten der Ausrede, andere würden es schon richten.

Solche Geschichten erzählten Christina Brudereck und Benjamin Seipel im Theater an der Ilmenau. „Sitzen bleiben kann jede“, lautet die einfache Feststellung, mit der das Duo ihr Programm ebenfalls überschrieben haben könnten. Den Mut haben, anderen etwas zuzumuten, sich nicht in uniforme Reihen einzureihen. Das war ihr Motto, unter dem sie den Hut zogen vor all jenen, die sich ihrer Träume nicht berauben lassen. Das Frühstückstreffen für Frauen feierte seinen zehnjährigen Geburtstag. Damals, am 27. Oktober 2001 waren erstmals 250 Frauen der Einladung gefolgt, sich zusammenzusetzen und über alles, über Gott und die Welt, zu reden. Inzwischen ist es eine Erfolgsgeschichte. Hannelore Plutschinski, die Vorsitzende des Vereins, der deutschlandweit in 200 Städten agiert, sagte im Gespräch: „Es hat sich einfach immer wieder gelohnt und es ist schön, wie viele Frauen begeistert wiederkommen.“

Begeistert auf alle Fälle dürften die rund 350 Gäste am Freitag vom Festprogramm gewesen sein. Brudereck und Seipel versprachen Musik, aber kein Konzert; Poesie, aber keine Lesung. Was die Akteure boten, war nachdenklich und witzig, kultiviert und ungewöhnlich, prägnant im Ausdruck und charmant in zusammenspielender Ergänzung. Mit Erinnerung ohne Larmoyanz, Heiterkeit ohne quietschende Schrille und Mahnung ohne didaktischen Zeigefinger durchschritten sie die gegenwärtige Welt, die immer noch ganz weit weg vom Garten Eden ist.

Oder ist es ein Funken Zufallshoffnung, dass ausgerechnet an diesem Frauenfrühstücksfeiertag drei Frauen den Friedensnobelpreis zugesprochen bekamen?

Von Barbara Kaiser

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