Polizei greift sofort ein

Hitzefalle Auto: Bei Kindern und Tieren gilt besondere Vorsicht

Uelzen. Außentemperaturen von mehr als 30 Grad in den kommenden Tagen – für Kinder und Tiere besteht in geparkten Autos Lebensgefahr: „Gefährlich wird es, wenn die Luft im Auto wärmer als die eigene Körpertemperatur ist“.

Das erklärt Dr. Swen Geerken, Chefarzt der Kinderabteilung im Helios-Klinikum in Uelzen. Ab 40 Grad falle es dem Menschen schwer, den Körper durchs Schwitzen zu kühlen.

Sobald durch Wasserverlust nervöse Veränderungen am Nervensystem, wie zum Beispiel ein Hitzeschlag einträten, sei der Gang zum Arzt unabdingbar. Sind solche Symptome nicht zu beobachten, reicht es teilweise auch aus, viel zu trinken und sich mit Wasser zu kühlen. „Am schlimmsten ist ein Hirnödem, also ein Anschwellen des Gehirns“, sagt der Chefarzt. Dann bestehe nämlich Lebensgefahr.

Die hohen Temperaturen im Auto seien auf die Scheiben zurückzuführen, erklärt der TÜV-Nord auf AZ-Anfrage. Ähnlich wie im Gewächshaus würden die Lichtstrahlen in das Auto eindringen, das die Wärme speichere. Je nach Größe der Scheiben und der Farbe der Lackierung des Auto könne es zu unterschiedlichen Temperaturen kommen.

„Kinder und Tiere gehören ab 20 Grad Celsius nicht in ein verschlossenes Fahrzeug, denn das Autoinnere kann sich bei steigenden Temperaturen schnell auf über 50 Grad Celsius aufheizen“, sagt auch Silke Steinsdörfer von Tasso e.V.

Um Haustierbesitzer auf dieses Problem aufmerksam zu machen, hat dieser Tierschutzverein vor sechs Jahren die Aktion „Hund im Backofen“ ins Leben gerufen. Ziel sei es, durch Aufklärung so viele Schicksale wie möglich zu verhindern. Etwa 10 000 Freiwillige seien schon im Einsatz, um Informationszettel zu verteilen und Plakate aufzuhängen, sagt Steinsdörfer.

Bei Temperaturen wie in dieser Woche ist auch Polizeihauptkommissar Christian Weiß aus Uelzen in ständiger Alarmbereitschaft. „Wenn wir ein Kind oder ein Tier allein im geparkten Auto sehen und den Halter nicht unmittelbar ausfindig machen können, dann brechen wir es sofort auf.“ Der Einsatz wird dann dem Fahrzeugführer in Rechnung gestellt. Auch Passanten werden gebeten, sofort die Polizei anzurufen, wenn sie ein Kind oder Tier im verschlossenen Auto sehen. Dieses Jahr habe es bisher vier bis fünf Fälle in Uelzen gegeben, in denen die Polizei eingreifen musste, um Tiere aus Autos zu befreien. Nur an einen Fall mit einem Kind kann sich Weiß in den letzten Jahren erinnern. „Die Leute sind durch verschiedenen Aktionen aufgeklärt worden. Früher hatten wir eindeutig mehr Einsätze dieser Art.“

Von Jon Matz

Rubriklistenbild: © dpa

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