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Hitze-Rekord in Uelzen: Markthändler bauen früher ab, viel los im Badue

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Von: Lars Becker

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Was kann es Schöneres geben, als bei über 30 Grad im Wasser des Badue herumzuplantschen? Diese Mädchen und Jungen nehmen an einem Wassergewöhnungskurs des Kreissportbundes (KSB) Uelzen teil und hatten riesigen Spaß im nassen Element.
Was kann es Schöneres geben, als bei über 30 Grad im Wasser des Badue herumzuplantschen? Diese Mädchen und Jungen nehmen an einem Wassergewöhnungskurs des Kreissportbundes (KSB) Uelzen teil und hatten riesigen Spaß im nassen Element. © Lars Becker

Während sich die Menschen im Badue abkühlen, ist es auf dem Vitalmarkt Uelzen leerer als sonst. Die meisten Händler packen wegen der Hitze schon mittags zusammen. Abends meldet der Deutsche Wetterdienst dann mit 39,8 Grad einen neuen Hitzerekord fürs Land - aus Uelzen.

Uelzen – Um die Mittagszeit ist es in der Hansestadt weder in der prallen Sonne noch im Schatten auszuhalten. Am heißesten ist es um 15.20 Uhr: Exakt um diese Uhrzeit werden hier 39,8 Grad gemessen. Das ist für das Bundesland Niedersachsen ein neuer, vorläufiger Hitze-Rekord, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) mitteilt.

Demnach war die Temperatur noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnung in Niedersachsen so hoch. Der bisherige Rekord von 39,6 Grad war in Dörpen (Emsland) am 25. Juli 2019 gemessen worden. Die Messung aus Uelzen wird überprüft, zudem könnte der Wert nach Redaktionsschluss andernorts noch übertroffen worden sein.

„Kernmarkt mit knapp 30 Ständen immer stark“

Der Vitalmarkt in Uelzen ist mittwochs immer schwächer frequentiert als sonnabends. Gestern fehlen neben zwei urlaubenden Händlern vier weitere wegen des Wetters. „Der Kernmarkt mit knapp 30 Ständen ist aber immer stark, die Händler sprechen sich teilweise untereinander ab, damit das ganze Sortiment vertreten ist“, sagt Marktleiter Ingo Wahrmann im AZ-Gespräch an den Ständen von Bauer Schwutke aus Holdenstedt, wo mariniertes Grillfleisch links sowie Heidelbeeren und Gurken rechts besonders stark gefragt sind.

Der Großteil der Händler nutzt das Angebot der Stadt, bereits ab 12 und nicht erst ab 14 Uhr abzubauen. Vor allem die auf der Gudesstraße stehen von Beginn an in der prallen Sonne. Entspannter ist das Team von Friedrich-Wilhelm „Titus“ Bunge: „Wir haben keine Probleme – hier drin ist es rund 15 Grad kühler als draußen und angenehm“, berichtet der Chef der Göddenstedter Fleischerei.

Angenehmes Arbeiten dank Unterdruck-Kühlanlage

Möglich macht‘s die Tropenkühlung, die Bunge bei der Anschaffung des Wagens mit zwölf Metern Verkaufsfront einbauen ließ. „Damals hat meine Frau mit mir geschimpft, weil ich viel Geld für die Unterdruckanlage ausgegeben habe. Heute sind wir aber froh drüber. “

Zwischen 700 und 900 Kunden bedient das Bunge-Team sonnabends zu acht, mittwochs sind es etwa 300 mit vier Angestellten – plus Chef. „Das ist immer ein Riesenunterschied. Jetzt sind auch noch Ferien, dazu der Krieg – und das Wetter“, sagt Bunge dazu, dass gestern weniger Kundschaft unterwegs ist. Nachmittags steht „Titus“ Bunge am Mittwoch dann auch noch auf dem Markt in Rosche.

Junge Bundespolizisten legen Schwimmprüfung ab

In den Eisdielen ist früh viel los. Abkühlung gibt es beispielsweise im klimatisierten Marktcenter – oder im Badue. Dort planschen nicht nur Mädchen und Jungen beim Wassergewöhnungskurs des Kreissportbundes (KSB) im Wasser.

Im Sportbecken ziehen viele Schwimmer ihre Bahnen, während junge Beamte der Bundespolizeiabteilung vom Hainberg in voller, schwarzer Montur die Schwimmprüfung im Rahmen ihrer Ausbildung absolvieren. „Trotz der Klamotten ist das erfrischend“, lacht einer – wohl wissend, dass er anderswo Dienst schieben könnte. Das wäre schlimmer.

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