Himmelfahrt in Corona-Zeiten

Vernunft statt Vatertagstour – Uelzens Polizei appelliert und kündigt Kontrollen an

Mit Freunden und beladenem Bollerwagen durch die Natur ziehen – das ist auch 2021 nicht gestattet. Es gelten Kontaktbeschränkungen.
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Mit Freunden und beladenem Bollerwagen durch die Natur ziehen – das ist auch 2021 nicht gestattet. Es gelten Kontaktbeschränkungen.
  • Norman Reuter
    vonNorman Reuter
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Himmelfahrt steht an. Der Feiertag wird traditionell für Bollerwagentouren genutzt. Das ist aber wegen der aktuellen Pandemie-Lage nicht zulässig. Die Polizei appelliert an die Vernunft und kündigt auch Kontrollen an.

Uelzen/Landkreis – Den Bollerwagen beladen, durch die Natur ziehen und dabei einen heben: In Vor-Corona-Zeiten war das ein Ritual, vor allem von jungen Männern, an Himmelfahrt – im Volksmund auch als „Vatertag“ bekannt. Die Pandemie macht nun das zweite Jahr in Folge solchen feucht-fröhlichen Touren einen Strich durch die Rechnung. Wer dennoch mit mehr als den erlaubten Personen loszieht, muss mit Strafen rechnen.

Die Polizei appelliert zunächst: „Wir sollten nicht das gefährden, was mit Disziplin und Einsicht erreicht wurde“, sagt Polizeisprecher Kai Richter und meint die rückläufigen Infektionszahlen und damit verbundene Lockerungen im Landkreis Uelzen. Wenn jetzt Einzelne gegen die Kontaktverbote verstoßen würden, es womöglich zu Corona-Ausbrüchen komme, mit denen in bevölkerungsarmen Regionen wie Uelzen die Inzidenzen schnell steigen könnten, müssten letztlich alle Bürger darunter leiden.

Zum Hintergrund: Ab einer Inzidenz von 100 gelten wieder verschärfte Regelungen. Die Bundesnotbremse greift mit Ausgangssperre und Folgen für den Handel. Gestern lag die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis laut RKI bei 53,0.

Die Polizei wird am Himmelfahrtstag auf Streife sein, um dort einzugreifen, wo gegen die Infektionsschutzregeln verstoßen wird. Für Kommunen mit einem Inzidenzwert von unter 100 gilt derzeit: Personen eines Haushaltes dürfen sich nur mit zwei weiteren Personen eines anderen Haushaltes und den dazugehörigen Kindern treffen, wenn diese unter 14 Jahre alt sind.

Polizistinnen und Polizisten aus den Stationen werden nach Angaben Richters an Himmelfahrt verstärkt im Dienst sein. „Auch Kräfte aus der Bereitschaftspolizei werden zur Verfügung stehen.“ Was Kontrollen betrifft, so sind auch die Kommunen mit ihren Ordnungsämtern mit im Boot. Aus dem Uelzener Rathaus heißt auf AZ-Anfrage, dass wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen zwar nicht mit großen Personengruppen gerechnet werde. Dennoch würden, über den Tag verteilt, an neuralgischen Punkten im Stadtgebiet Kontrollen durchgeführt.

Neuralgische Punkte? Das sind beispielsweise beliebte Ausflugsziele wie der Oldenstädter See. Im Kreisgebiet waren in Vor-Corona-Zeiten der Flugplatz in Barnsen mit dem Flugtag und das angrenzende Waldgelände Anlaufpunkte von Bollerwagen-Trupps. Aufgrund der Corona-Auflagen wird – wie bereits 2020 – in diesem Jahr kein Flugtag ausgerichtet.

Polizei und Ordnungsämter geben Verstöße gegen die Kontaktbeschränkungen an das Gesundheitsamt des Kreises weiter. Nach den Vorgaben der Corona-Verordnung werden Bußgelder erlassen, sie können empfindlich ausfallen. Zu Himmelfahrt 2020 hatte es aus Sicht der Polizei keine größeren Vergehen gegen die damaligen geltenden Kontaktbeschränkungen gegeben, erklärt Kai Richter. Der Landkreis Uelzen berichtet auf Nachfrage von einem seinerzeit angezeigten Verstoß.

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