Hilfen für fast jede Lebenslage

Während es an einer Ecke des Festes leckere Cocktails gab, wurde an anderer Stelle ausgiebig informiert und gespielt.

Uelzen. Der Familientag auf dem Herzogenplatz, in diesem Jahr in seiner dritten Auflage, kommt ohne Bierbuden aus, und was an Musik über den Platz schallt, ist in der Regel selbstgemacht. Genauso wie die garantiert alkoholfreien Cocktails, die man an der Fruchtsaft-Cocktailbar vom Haus der Lebenshilfe zu zivilen Preisen erstehen konnte.

Die DRK-Jugend brutzelte Grillwürste, der Jugendmigrationsdienst war mit Kaffee und Kuchen angerückt und die Schüler der Georgsanstalt machten mit gebackenen Kräuterkartoffeln mit Quark Appetit auf das Gemeinschaftsessen am Königsberg, zu dem sie regelmäßig ihren Teil beitragen.

In den fünf großen, bunten Zelten konnten sich die Festbesucher zu den Themen Arbeiten, Betreuung, Bildung, Freizeit, Soziales und Wohnen informieren. Die Bodenteicher Seepark Klinik stellte ihre familienfreundlichen Arbeitsbedingungen vor und auch beim Klinikum Uelzen, das mit einem Stand vertreten war, weiß man, dass man nur dann noch Personal gewinnen kann, wenn man Möglichkeiten schafft, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Die Freiwilligenagentur trommelte für ihr Projekt einer Mehrgenerationenband, bei der man noch einsteigen kann. Ein Zelt weiter versuchten unermüdliche Seniorinnen, Altersgenossen aus der Isolation zu locken zu gemeinsamen Spieletreffen, ein Angebot, das Bürgermeister Otto Lukat – wiewohl noch nicht so recht im Seniorenalter – spontan annahm und eine Runde Uno mitspielte. Und auch beim gemeinsamen Singen der Singkreise von AWO, DRK und SoVD wurde er in die Pflicht genommen. Den Singkreisen täten ohnehin ein paar Männerstimmen recht gut, denn es sind vorwiegend Frauen, die sich dort treffen. Beim akrobatischen Breakdance der Gruppe „Dizwon“ allerdings hat sich Lukat weise zurückgehalten.

Bei der Kreisjägerschaft konnten Kinder Tierspuren erraten und sich Tipps für den Bau von Spatzenhotels abholen, während sich die Jüngsten gleich nebenan schminken lassen und mit Kindergärtnerinnen Lieder zur Gitarren singen konnten. Wer Lust hatte, konnte sich einen Rollator schnappen. Es galt, einen Parcours mit Huckelpflaster und Schwellen zu bewältigen, ohne dass der Apfel auf der Sitzablage des Rollators herunterkullerte. Der Legasthenie-Verband bot passend zu den gerade anstehenden Zeugnissen Unterstützung für Schüler mit Lese- und Rechtschreibschwächen an und die Kreismusikschule, die das Fest mit einem Auftritt ihrer Big-Band unterstützte, warb dafür, doch bitte die Instrumente wieder aus dem Schrank zu kramen, die man früher einmal gelernt hat und die inzwischen aus Zeitmangel dort Staub ansetzen.

Hilfen gibt es auch im kleinen Uelzen für fast jede Lebenssituation, man muss sie nur kennen und finden. Auf dem Familienfest konnte man sie kennen lernen.

Von Jürgen Köhler-Götze

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