Holdenstedter zeigen Interesse an Vereinsgründung für ein selbstbestimmtes Wohnen im Alter

Hilfe in der Nachbarschaft

Senioren betreuen Kinder und erhalten im Gegenzug Hilfe im Garten: Ein Beispiel für Leistungen, die der Verein „Hilfe unter Nachbarn“ in Holdenstedt, Klein Süstedt und Borne bieten wird. Foto: dpa

Uelzen-Holdenstedt. Der erste Schritt auf dem Weg zum ersten Nachbarschaftverein in Uelzen ist genommen: Rund 40 Senioren haben sich im Holdenstedter Feuerwehrgerätehaus über die Gründung dieses Vereins und selbstbestimmtes Wohnen im Alter informiert.

Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Heuer möchte in dem rund 2300 Einwohner zählenden Ortsteil von Uelzen, dazu den umliegenden Ortschaften Klein- Süstedt und Borne, den Verein „Hilfe unter Nachbarn“ gründen. Er war von dem Zuspruch bei der ersten Informationsveranstaltung angenehm überrascht und fühlte sich in seiner Grundidee bestätigt, dass ältere Menschen an Informationen über Hilfe im Alter und am Austausch zu diesem Thema interessiert sind. Dass Heuers Vorhaben nicht auf Anhieb funktionieren würde, war dem Initiator dieser Veranstaltung von vornherein klar: „Zunächst möchte ich die älteren Mitbürger nur ein wenig wachrütteln, damit über dieses Thema, Hilfe unter Nachbarn und selbst bestimmtes Wohnen im Alter, diskutiert wird“, sagte Heuer.

Zu diesem ersten Treffen hatte Heuer die Referentinnen Waltraud Lobitz und Petra Heinzel vom Familien-Service-Büro der Stadt Uelzen eingeladen, die mit etlichen Vorschlägen und Beispielen auf mögliche altersbedingt auftretende Probleme ein.

Der Verein soll Senioren eine Perspektive bieten, möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Im Austausch mit jüngeren Anwohnern könne eine gegenseitige Hilfeleistung entstehen, von der beide Seiten profitieren. Lobitz und Heinzel erläuterten Möglichkeiten, mit denen Senioren unterstützt werden und diese sich im Gegenzug bei den jüngeren Anwohnern revanchieren können. Gedacht ist zum Beispiel an Kinderbetreuung im Krankheitsfall, Hilfe bei Schularbeiten, gemeinsame Gespräche bei Spaziergängen oder gar die Bildung von Wohngemeinschaften.

Dass etliche der 78 in Holdenstedt wohnenden über 80-Jährigen – in Klein Süstedt sind es 14 und in Borne fünf Senioren in dieser Altersklasse – einige der angedachten Hilfsleistungen in Anspruch nehmen werden, scheint den Beteiligten wahrscheinlich.

In der Diskussionsrunde gab es Anregungen zu Taten, die umgesetzt werden könnten – ein festes Konzept besteht derzeit noch nicht. Zwei von den 40 Anwesenden waren spontan bereit, aktiv an der Vereinsgründung mitzuwirken. Dass die Umsetzung dieser umfangreichen Maßnahmen kein Selbstläufer wird, bleibt unter den Besuchern aus Holdenstedt, Klein Süstedt und Borne unbestritten. Gerade in Anbetracht des Auseinanderlebens der Generationen erscheint die Gründung den Beteiligten angebracht. Hans-Jürgen Heuer war mit dem Auftakt zu seinem Vorhaben vorerst zufrieden und möchte der anfänglichen Zurückhaltung mit neuen Erkenntnissen in einer weiteren Diskussionsrunde zu dem Thema begegnen.

Von Walter Hilmer

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