High-Tech und millimetergenaues Arbeiten

Viele Informationen zu Abläufen, Risiken und Erfolgschancen gab es beim Herzkathetertag im Uelzener Klinikum von Oberarzt Dr. Frank Wiehle.

Uelzen - Von Janina Fuge. Ein langer, dünner und biegsamer Schlauch mit einer winzigen Elektrode am Ende – kaum vorstellbar, dass dieses Stück Technik sich von der Leiste angefangen durch die Körpervenen Zentimeter für Zentimeter ins menschliche Herz schieben lässt. Kardiologe Dr. Frank Wiehle hält die dünne Apparatur hoch und schaut in die Runde. „Hier kommt’s aber auch auf millimetergenaues Arbeiten an“, erklärt der Kardiologe seinem mitunter ungläubig dreinschauenden Publikum.

Etwa 50 Interessierte führte Wiehle am Sonnabend durch die zwei Herzkatheter-Labore des Uelzener Klinikums. Anlass waren die von der Deutschen Herzstiftung ausgerufenen „Herzwochen“ mit bundesweit vielen Info-Veranstaltungen zum Thema Herzrhythmusstörungen.

Komplex ist die Materie, zumindest für denjenigen, der bisher noch wenig mit diesem Thema konfrontiert war. Um gefährlich klingende Dinge wie „Elektroablationen“ und „Pulmonalvenenisolationen“ geht es: Wenn das Herz stolpert und die Medizin Wege finden muss, es wieder in den richtigen Takt zu bringen. Wie jeder medizinische Eingriff ist das mit Risiken verbunden, gehört aber längst zum medizinischen Standardrepertoire. Etwa fünf dieser Eingriffe pro Woche absolvieren die Mediziner am Uelzener Klinikum.

Oberarzt Wiehle erklärt Abläufe unterschiedlicher Behandlungsarten, benennt Risiken, Patienten-Erfahrungen und Erfolgsaussichten. Auch Vor- und Nachteile einer Vollnarkose kommen zur Sprache. Denn selbige, schildert der Mediziner nüchtern, sei an sich nicht nötig, gegen den Schmerz des Kathetereinführens reiche normalerweise die örtliche Betäubung aus. Das Veröden von Gewebe, das im Herzen für unregelmäßige Rhythmen sorgt, werde durch kleine Stromstöße „von manchen aber als etwas unangenehm wahrgenommen“. Muss aber nicht sein, eine Narkose kann helfen, beruhigt Wiehle.

Aufmerksam geht er auf Nachfragen ein und beschreibt Details der Behandlung. „Das hatte ich auch schon zweimal“, heißt es da das eine ums andere Mal als Zwischenruf aus dem Auditorium. Wer mit Herzstolpern ins Uelzener Klinikum kommt, der findet sich auf dem neuesten Stand: „Wir haben hier schon deutlich mehr investiert, als man hätte müssen“, sagt Wiehle stolz.

So gibt es spektakuläre 3-D-Technik, Computertomographie ist direkt am OP-Tisch möglich und Röntgen zum Feststellen der Katheterlage damit überflüssig. Zudem hilft ein überdimensionales Bildschirm-PC-System, auf das zusätzliche Patientendaten wie Röntgenbilder geladen werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare