Zwei Sirenen lösen im Kernstadtgebiet aus

Heute ist Warntag: Alarm vom Uelzener Rathaus-Dach

Auf dem Dach des Alten Rathauses befindet sich eine von zwei Sirenen, die im Uelzener Kernstadtgebiet zu finden ist. Eine Zweite gibt es an der Kuhlaustraße.
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Auf dem Dach des Alten Rathauses befindet sich eine von zwei Sirenen, die im Uelzener Kernstadtgebiet zu finden ist. Eine Zweite gibt es an der Kuhlaustraße.

Uelzen/Landkreis – Ertönen sie, verheißt das nichts Gutes: Am Alten Rathaus und an der Kuhlaustraße sind in der Uelzener Stadtkern Sirenen installiert. Ein Elektromotor bringt zwei gelochte Scheiben zum Drehen. So entsteht der heulende Klang.

Er wird heute um 11 Uhr die Stadt erfüllen.

Reiner Seidel, Ortsbrandmeister in Uelzen, muss dann nicht loseilen. In diesem Fall „berichtet“ der Sirenenton nicht von einem ausgebrochenen Brand, den es zu löschen gilt. Mit dem sogenannten „Warntag 2020“ soll die Bevölkerung für den etwaigen Katastrophenfall und die Bedeutung der Sirenenklänge sensibilisiert werden.

Gefährliche Wetterlagen könnten bevorstehen, sich ein schwerer Chemieunfall ereignet haben oder Radioaktivität austreten. All das wünscht sich keiner. Es brauche aber Wissen über die Warnungen, um sich selbst im Ernstfall schützen zu können, erklären Bund und Länder, die den Warntag ausgerufen haben.

Schwere Katastrophenlagen sind zum Glück selten. In der Regel kommen die Sirenen zum Einsatz, wenn die Hilfe der Feuerwehr benötigt wird. Allein die Uelzener Feuerwehr wurde in diesem Jahr bereits, Stand gestern Nachmittag, 158-mal alarmiert. Und selbst wenn inzwischen Einsatzkräfte über Pieper und Handys informiert werden, sind die Sirenen für die Arbeit der Feuerwehr unverzichtbar, erklärt Ortsbrandmeister Reiner Seidel im Gespräch mit der AZ.

Für die Alarmierung übers Handy werde eine Funk- und Internetverbindung benötigt. Das sei nicht immer der Fall, so Seidel. Und es könne auch nicht an jeden aktiven Feuerwehrmann in allen Wehren ein Pieper herausgegeben werden, das sei schlicht eine Kostenfrage.

Und bei Katastrophenlage muss auch die Bevölkerung Bescheid wissen. Hier helfen die Sirenen, die auf öffentlichen wie auch privaten Häusern zu finden sind.

Ausgelöst werden können die Sirenen im Landkreis über die Leitstelle für Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze, wie Reiner Seidel erläutert. Die Leitstelle befindet sich im Kreishaus an der Veerßer Straße in Uelzen, wird mit an die Eschemannstraße umziehen, wenn dort das neue Verwaltungsgebäude des Landkreises fertiggestellt ist. Zurzeit läuft der Bau.

Über drei unterschiedliche Codes, sogenannte RICs (Radio Identification Codes), sind die Sireren anzusteuern – sie lösen verschiedene Töne aus.

Im Ernstfall muss gesichert sein, dass die Sirenen auch auslösen. Unabhängig vom Warntag „gibt es Probealarme“, berichtet Reiner Seidel. Diese fänden an unterschiedlichen Tagen statt. In der Stadt Uelzen ist auch eine Firma damit beauftragt, die Technik zu warten, wie der Uelzener Ortsbrandmeister erklärt. Bei den Wehren gibt es zudem Gerätewarte, die sich mit den Sirenen auskennen. VON NORMAN REUTER

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