Endspurt ins ärztival / Dyse statt Desorden Publico

Fliegende Bauten und etwas Adrenalin

Stars ohne Allüren: Die Ärzte kommen am 17. August nach Uelzen und wollen mit ihren Fans feiern. Fotos: Veranstalter

Uelzen. Heute in genau zwei Wochen ist es soweit: Die Ärzte kommen nach Uelzen. Die Kult-Band aus Berlin wird dann im Rahmen des mittlerweile fünfte Uelzen Open Air auf dem Albrecht-Thaer-Gelände zum „Ärztival“ auf der Bühne stehen.

Mitveranstalter Ulrich Gustävel von der Jabelmannhalle und seine vielen Mitstreiter haben beinahe rund um die Uhr mit den umfangreichen Vorbereitungen zu tun.

Schön war's! Die Ärzte 2008 in Uelzen

 

Schon Adrenalin im Blut? „Die Spannung spitzt sich natürlich von Tag zu Tag bis zu dem Punkt zu, an dem die Türen geöffnet werden. Von da an läuft es dann nur noch“, sagt Ulrich Gustävel. Man sei hoch konzentriert am Werk, aber alles in allem laufen die Vorbereitungen „relativ entspannt“ ab, sagt er. Mit jedem Open Air habe sich eine gewisse Routine eingestellt, die auch sicher mache. „Das war beim ersten Open Air noch etwas anders“, schmunzelt der Mitveranstalter.

Der Bühnenaufbau (2008)

Am kommenden Dienstag werden alle Beteiligten zur großen Schlussbesprechung zusammenkommen: Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, TÜV Nord und viele weitere, sagt Gustävel. Denn es gilt, letzte Absprachen zu treffen, wer wann und wo seinen Einsatz hat. Was die Bühne betrifft, ist besonders viel zu bedenken – deswegen auch der TÜV. „Die Bühne gilt als fliegende Bauten“, erklärt Gustävel, „deshalb gehen da jetzt Bauzeichnungen hin und her“, damit sie am Ende auch so aussehen darf, wie sie soll, und ihren richtigen Standort findet.

Rettungswege werden festgelegt, es gibt eine riesige Planskizze, die en detail zeigt, welche Verstärkerbox wo stehen wird, wo das Behinderten-Podest für Rollstuhlfahrer platziert wird oder wie die sogenannten Wellenbrecher – spezielle Absperrgräben – installiert werden. Zwei große Wellenbrecher, so Gustävel, wird es am 17. August vor der Ärzte-Bühne geben.

Wird anstelle von Desorden Publico als Opener auftreten: Dyse.

Nicht nur das Material muss gut organisiert werden, sondern auch das Personal. Ordner, Küchenhilfen, Garderoben-Helfer – für jeden muss noch geplant werden, was er wie und wo zu tun hat. Jeder „Arzt“ der Band wird eine eigene Garderobe haben, dazu kommen weitere Garderoben für die drei Vorbands. Bei Letzteren wiederum hat sich kurzfristig eine Änderung ergeben, informiert Ulrich Gustävel: Statt der Gruppe Desorden Publico, die aus Krankheitsgründen ausfällt, wird nun Dyse als sogenannter Opener für das Konzert rocken. „Radikal wie Punks, schlau wie Avantgarde, laut wie ein Helikopter und rasant wie der Schumi, wenn er sein Geld in die Schweiz bringt“, beschreiben sie sich.

Rasant schreiten auch die Planungen voran, die diversen Büros in den Jabelmannhallen einzurichten: Produktionsbüro, Veranstalter-Büro, Tourenmanager-Büro, Security-Büro – jeder soll seinen Platz finden. „Dafür müssen jetzt Telefone bestellt und Rufnummern freigeschaltet werden“, zählt Ulrich Gustävel auf, „ es müssen Kabel gelegt werden und die Anzahl von Toiletten müssen wir festlegen und organisieren.“

Der Kraftakt soll sich lohnen: Wohl nicht so viele Zuschauer wie beim letzten Ärzte-Open-Air in Uelzen 2008 – nämlich an die 40 000 – werden in diesem Jahr auf dem Albrecht-Thaer-Gelände erwartet. Aber trotzdem richtig viele. „Der Vorverkauf läuft wirklich gut“, ist Ulrich Gustävel zufrieden und will mit dem Verkünden von Verkaufszahlen maßvoll umgehen. Er rechnet nämlich damit, dass gerade jetzt, in der Endphase vor dem Open Air, noch viele Karten verkauft werden an diejenigen, die jetzt aus dem Sommerurlaub zurückgekommen sind. Fest steht für den Mitveranstalter: „Es wird auf jeden Fall voll.“ Und das werde nicht daran liegen, dass das Veranstaltungsgelände bei diesem Mal etwas kleiner ausfallen wird als sonst. Es gebe auch viele Aufbauten, die auf der Fläche platziert werden müssen.

Eintrittskarten gibt es noch bei der AZ, die Medienpartner des Open Air ist, bei der Uelzener Ferienwelt und weiteren bekannten Vorverkaufsstellen.

Von Ines Bräutigam

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