IGS in der Heuss-Schule?

JörgKramer

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. „Der Bedarf für die Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule in Uelzen ist gegeben.“ Das war eine der Kernaussagen, die Hubertus Schober  von der Projektgruppe „Bildung und Region“ den Mitgliedern des Schul- sowie des Kinder- und Jugendausschusses mitteilte. Beide Gremien informierten sich jetzt in gemeinsamer Sitzung über das Gutachten zur Schulentwicklung im Landkreis Uelzen.

Bei der Elternbefragung habe es insgesamt hundert Stimmen für die Schaffung einer IGS gegeben, teilte Schober mit. Diesen Wert hochgerechnet, seien rund 130 Anmeldungen für diese neue Schulform im Kreis Uelzen realistisch. „Es käme dafür aber nur ein zentraler Standort in Frage, weil der Schwerpunkt der Nachfrage in Uelzen liegt“, empfahl Schober die Einrichtung einer IGS im Gebäude der Uelzener Theodor-Heuss-Realschule. Das sei aber eine politische Entscheidung.

Doch ein Konsens der Fraktionen zeichnet sich in dieser Frage nicht ab, wie die ersten Bewertungen durch die beiden Ausschüsse zeigten. „Neben einer Kooperativen Gesamtschule fehlt im Kreis Uelzen auch eine Integrierte Gesamtschule“, betonte Jörg Kramer (SPD). Ganz anders sah das Stefan Hüdepohl (CDU). „Wir werden diesen Vorschlag total ablehnen. Die CDU-Fraktion ist ein klarer Gegner des IGS-Systems“, bekräftigte er.

Ins gleiche Horn stieß Hans-Joachim Lepel, der als Leiter des Lessing-Gymnasiums dem Schulausschuss angehört. „Die IGS ist eine teurere Schule, die zu schlechteren Ergebnissen führt“, meinte er. Das hätten wissenschaftliche Studien bewiesen. Eine IGS in Uelzen würde zudem viele Schüler aus dem ländlichen Raum anziehen und dazu führen, „dass kleine Schulstandorte nahezu tot sind“, befürchtete Lepel.

Ariane Schmäschke (Grüne) konnte das nicht nachvollziehen. „Wir befürworten die Einführung einer IGS an diesem Standort – und auch sehr zeitnah“, sagte sie mit Blick auf die Theodor-Heuss-Realschule.

Um in dem Gebäude Räume für eine IGS zu schaffen, schlug Schober vor, die Realschule auszulagern und am Standort der Lucas-Backmeister-Schule mit der dortigen Hauptschule zu verbinden. Dort sollten auch die bislang getrennten Hauptschulzweige von Stern- und Backmeister-Schule zusammengelegt werden, regte Schober an.

Wegen zu geringer Schülerzahlen plädiert er auch dafür, die Grundschulstandorte in Altenmedingen, Gerdau, Lüder, Molzen und Soltendieck mittel- bis langfristig aufzugeben. „Wenig Chancen“ sieht Schober ebenso für die Haupt- und Realschulen in Rosche und Suderburg. Zudem empfahl er die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule in Ebstorf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare