Karin Rothe sieht starre Vorgaben zur Hundehaltung skeptisch

Auch Uelzens Herrchen und Frauchen in der Pflicht

Statt eines dauerhaften Aufenthalts im Zwinger, soll Hunden ausreichend Freilauf gewährt werden. Das ist für Karin Rothe eigentlich selbstverständlich.
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Statt eines dauerhaften Aufenthalts im Zwinger, soll Hunden ausreichend Freilauf gewährt werden. Das ist für Karin Rothe eigentlich selbstverständlich.

Uelzen – Mehr Freilauf statt eines Lebens im Zwinger: Das plant Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) mit ihrer neuen Verordnung, die Hunden genügend Bewegung garantieren soll.

Karin Rothe, Tierschutzverein

Karin Rothe, erste Vorsitzende des Uelzener Tierschutzvereins, sieht die geplante Verordnung skeptisch. Sie verweist auf die bereits bestehende Tierschutz-Hundeverordnung. Dort heißt es in Paragraf 2: „Einem Hund ist ausreichend Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers oder einer Anbindehaltung sowie ausreichend Umgang mit der Person, die den Hund hält, betreut oder zu betreuen hat, zu gewähren.“ „Im Grunde ist da schon alles gesagt“, meint Rothe. Auch die vorgesehenen verpflichtenden Vorgaben, mindestens zweimal täglich insgesamt mindestens eine Stunde für Auslauf zu sorgen, sieht Rothe kritisch. Für sie sollte sich das Gassigehen nach den Bedürfnissen des Hundes, nicht nach starren gesetzlichen Vorgaben richten – so wie es eigentlich auch in der Tierschutz-Hundeverordnung vorgesehen ist. So spiele etwa das Alter des Hundes eine Rolle. „Das an Zeiten festzumachen, ist nicht sonderlich intelligent“, kritisiert die Vorsitzende des Tierschutzvereins.

„So ein Tier muss man mit Herz und Verstand führen“, erklärt Karin Rothe weiter. Man muss nur die Zeichen des Hundes deuten können: Tobt ein Hund nach dem Gassigehen wie wild herum, sei man zu lange unterwegs gewesen, weiß Rothe. Ist der Hund hingegen unruhig, so war die Runde zu kurz.

Unverständlich bleibt für Rothe, warum diese Vorschriften überhaupt nötig sind. Für sie ist klar: „Grundsätzlich sollte ein Hund nicht weggesperrt sein.“ Andernfalls bräuchte man sich erst gar kein Haustier anzuschaffen, wenn man sich nicht darum kümmern könne oder wolle. Man müsse sich auf die Bedürfnisse des Hundes einlassen können und ihn nicht jeden Arbeitstag über acht Stunden oder mehr allein lassen. „Das ist schon Tierquälerei“, meint Rothe.

Die genauen Vorgaben zu kontrollieren, hält Rothe ebenso für schwierig, auch weil die Behörden ohnehin überlastet seien. Viele Leute würden ihre Hunde gut halten, doch diejenigen, auf die das Gesetz abziele, fielen häufig durch das Raster, da sie zum Beispiel ihre Hunde gar nicht erst anmelden und damit auch nicht kontrolliert würden.

„Es ist gut, dass etwas passiert“, hält Rothe fest. So freue sie sich, dass die Defizite in der Hundehaltung in den Fokus gerieten. Doch die Umsetzung sehe sie kritisch. Rothe sieht mehr die Hundehalter als den Gesetzgeber in der Pflicht, für das Wohlergehen der Vierbeiner zu sorgen. VON DANIEL BIELING

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