Mensch 2011: Esther Tepper berät Frauen in Konflikten rund ums Kind

Helfen mit der Kraft Gottes

Ist auch schon mal in der Nacht bereit zu helfen: Esther Tepper vom Verein Hoffnung e.V. Foto: Huchthausen

Uelzen. Sie ist immer da, wenn Frauen nicht mehr weiter wissen. Als Hebamme und Mutter von fünf Kindern weiß Esther Tepper genau um die Probleme, die vor und während einer Schwangerschaft oder auch danach im gemeinsamen Leben mit den Kindern auftreten können.

Für ihr freiwilliges Engagement im Verein Hoffnung e. V. wurde Tepper für für die Aktion „Mensch 2011“ der AZ und der Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg nominiert.

Aus ihrer beruflichen Tätigkeit wuchs auch das Ehrenamt: „In meiner Arbeit als Hebamme komme ich häufiger mit Frauen in Berührung, die Schwierigkeiten in der Schwangerschaft haben, mit der Situation überfordert sind und dringend intensive Unterstützung und praktische Hilfe benötigen“, erklärt sie. Da Worte aber manchmal nicht reichen, sollten auch Taten folgen. So gründete sie 1994 zusammen mit anderen den Verein Hoffnung e.V., den sie seitdem mit vollem Einsatz leitet. „Durch den Verein konnten wir die Hilfen für Schwangere besser organisieren“, freut sich Esther Tepper. „Durch ein multiprofessionelles und überkonfessionelles Team an Mitarbeitern und dank der Spenden von Uelzener Firmen aber auch Privatleuten, haben wir mittlerweile ein großes Angebot, das natürlich immer noch ausbaufähig ist.“

Dieses Angebot besteht in dem Aufzeigen von Perspektiven bei Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, in Beziehungen und Familien. Kinderbetreuung und Eltern-Kind-Frühstück gehören genauso dazu, wie ein „Allein mit Kind“-Treff und eine Selbsthilfegruppe für Alleinerziehende mit Depressionen und Belastungsstörungen nach Traumata. Außerdem gibt es jeden Dienstag eine Bekleidungs-Sammlung und -Ausgabe für Babys, Kleinkinder und Schwangere in den eigens von der Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises Uelzen angemieteten Räumen an der Hambrocker Straße. Weiterhin gibt es Hilfe bei der Suche nach Unterkünften, Tagesmüttern und Patenschaften sowie Unterstützung rund um die Geburt eines Kindes und der weiteren Begleitung.

Als wäre all dies noch nicht genug, engagiert sich Esther Tepper auch noch überregional in der Organisation Vita(L). Dort ist sie erste telefonische Anlaufstelle für Mütter mit Problemen und Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, fängt Menschen mit verschiedenen Problemen auf, spricht ihnen Mut zu. Um dort sofort helfen zu können, wo Menschen alleine nicht mehr weiterkommen, hat die gelernte Hebamme und Krankenschwester eigens ein psychologisches Fernstudium absolviert. Denn über ihr Handy ist sie immer erreichbar, nicht selten auch mitten in der Nacht.

Wie schafft man das alles, woher nimmt Esther Tepper die immense Kraft für diese Aufgabe? „Natürlich habe ich Unterstützung durch viele Helfer, in erster Linie auch durch meinen Mann. Aber die wahre Kraft kommt durch meinen Glauben an Jesus Christus“, sagt sie. „Es ist mir ein persönliches Anliegen, anderen Menschen in ihrer Bedürftigkeit etwas Gutes weiterzugeben. Wie der Name schon sagt, möchte ich Hoffnung und Mut machen für das Leben.“

Ein großer Schritt nach vorne war für sie der Umzug 2011 in ein neues Zentrum an der Hambrocker Straße, da die 2002 bezogenen Räumlichkeiten an der Gartenstraße nicht mehr ausreichten. Hier stehen unter anderem ein eigenes Spielzimmer für die Kinderbetreuung und ein Raum für die Bekleidungsannahme- und Ausgabe zur Verfügung. Trotzdem wünscht sich Esther Tepper einen weiteren Ausbau des Wohnprojektes, insbesondere noch mehr Raum für werdende Mütter und mehr Mitarbeiter.

Von Oliver Huchthausen

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