Rekordsommer, mäßige Heideblüte: Was 2018 für den Landkreis als Urlaubsregion bedeutet

Heißes Tourismusgeschäft

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Wanderer haben zunehmend Interesse an Touren durch den Landkreis. Karten und Prospekte wurden besonders in diesem Jahr angefordert, berichtet Jürgen Clauß. 

Uelzen/Landkreis. Die Heideblüte lockt im Herbst für gewöhnlich Urlauber in die Region. 2018 hat ein Jahrhundertsommer mit enormer Hitze und ausbleibenden Regenfällen dem Heidekraut zugesetzt. Die Farbenpracht ist überschaubar.

Die Heideblüte sei nur punktuell zu erleben, sagt Tourismusfachmann Jürgen Clauß. Er habe so bereits mitbekommen, dass mögliche Tagestouristen Pläne für einen Ausflug in die Heide wieder verwarfen. Dass am Ende des Jahres dann in der Bilanz für 2018 weniger Touristen gezählt werden, muss aber nicht zwangsläufig der Fall sein, meint Clauß.

2018 steht nicht nur für einen Rekordsommer und einen goldenen Herbst, wie er gerade zu erleben ist – schon das Frühjahr bot konstantes und angenehmes Wetter. „Die Touristiker meldeten bereits für die Nebensaison eine gute Nachfrage“, sagt Clauß, der Geschäftsführer der kreisweiten Tourismusorganisation „Heideregion Uelzen“ ist. Der Zuspruch in diesem Zeitraum könnte Ausfälle in der Hauptsaison ausgleichen. „Ich kann mir vorstellen, dass wir das Niveau des Vorjahres halten, vielleicht sogar noch etwas besser sein werden“, meint Clauß. Klarheit wird im kommenden Frühjahr bestehen, wenn das Landesamt für Statistik die Zahlen für 2018 zusammengezählt hat. Die Hansestadt Uelzen hat zumindest für die ersten sechs Monate Zahlen herausgegeben, wonach mehr Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum registriert wurden.

Besonders auffällig in diesem Jahr neben frühen Urlauberankünften: „Enorm“ viele Fahrradfahrer wurden bislang 2018 gesichtet, zudem sei die Nachfrage an Prospekten für Wanderwege groß gewesen, berichtet Clauß. Der Landkreis hat sich vor einigen Jahren als Radreiseregion zertifizieren lassen, für den Tourismusfachmann sind die Beobachtungen nun Beleg dafür, dass die Region von Radtouristen als Ausflugsziel wahrgenommen wird. Und hinsichtlich des Interesses an Wanderkarten und -material: „Hier sagen uns die Wanderer: Euer Gebiet ist interessant.“

Der Heidschnuckenweg führt durch den Landkreis, ebenso wie der Pilgerweg „Via Scandinavica“, der die skandinavischen Länder mit den Jakobswegen in der Mitte und im Süden Deutschlands verbindet. Beide Trassen würden bereits gut angenommen, berichtet Clauß. Der Landkreis biete aber noch mehr Möglichkeiten für Touren zu Fuß. Unlängst wurden Strecken in einer neuen Broschüre zusammengefasst. Um die Region noch attraktiver für Wanderer zu machen, kann sich der Tourismusfachmann beispielsweise geführte Touren vorstellen, bei denen Gastronomen in der Natur ein Picknick anbieten. Ein Konzept, das in anderen Regionen angenommen wird.

Von Norman Reuter

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