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Heinz-Rudolf Kunze kommt mit seinem Solo-Programm nach Uelzen ins Theater an der Ilmenau

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Von: Theresa Brand

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Heinz-Rudolf Kunze
Auch nach 41 Jahren Bühnenerfahrung wird Heinz-Rudolf Kunze nicht müde. Auch an kreativen Ideen mangelt es ihm nicht.  © Privat

Der Musiker, Autor und Schauspieler Heinz-Rudolf Kunze ist seit Jahrzehnten berühmt. Nun kommt der Künstler nach Uelzen.

Uelzen – „Dein ist mein ganzes Herz“ – wer diese Zeilen hört, hat sofort den Namen Heinz-Rudolf Kunze im Kopf und vermutlich einen Ohrwurm noch dazu. Doch der Musiker, Autor, Hobby-Journalist und Schauspieler hat in seinen nunmehr 41 Jahren Bühnenerfahrung unzählige Hits und Bestseller herausgebracht. Am Sonntag, 13. November, kommt er nun als Solo-Künstler mit seinem Programm „Wie der Name schon sagt“ ins Theater an der Ilmenau nach Uelzen.

„In Uelzen erinnere ich mich nur noch daran, dass ich ein furchtbares Musical gesehen habe“, gibt er in einem Interview mit der AZ zu. Der Stoff für das Hundertwasser-Musical, das 2004 in Uelzen uraufgeführt wurde, sei leider völlig undramaturgisch. Die Musik dafür könne gar nicht gut sein. Doch trotz der schlechten Erinnerung freut sich Kunze nun, im Theater an der Ilmenau in Uelzen aufzutreten. „Ich freue mich auf jeden Ort“, erklärt er nachdrücklich.

Wie ein Schulausflug


Eine Musikgröße wie Heinz Rudolf Kunze kennt auch die großen Bühnen des Landes. Trotzdem tritt er immer noch gerne in kleinen Städten wie Uelzen auf – heute könnten auch Kleinstädte mit großen Kulturangeboten aufwarten. Er sagt: „Das ist für mich einer der großen Fortschritte unserer Zeit: Dass es das Informationsgefälle zwischen Kleinstadt und Großstadt nicht mehr gibt.“ Seine sarkastische Art, die politische Bezugnahme und die Anspielungen in seinen Texten würden heute überall sofort verstanden, unabhängig von Größe und Lage einer Stadt.

Anders als bei der großen Band-Tour im Frühjahr, die wegen der Corona-Pandemie drei Mal verschoben werden musste, wird er in Uelzen mit seinem Solo-Programm auftreten. Das mache er das ganze Jahr über. „Die Tour mit der Band ist für mich dagegen wie ein Schulausflug“, erzählt Kunze. Eigentlich sollte mit der großen Band-Tour sein 40-jähriges Bühnenjubiläum gefeiert werden, doch das konnte 2021 nicht stattfinden. „Wir haben dann im kleinen Rahmen gefeiert“, sagt er.

Als Solokünstler durch die Pandemie


Generell sei er im Vergleich zu vielen anderen Künstlern verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen. „Ich bin seit 2015 solo unterwegs, das hat geholfen“, erklärt der Musiker und Schriftsteller. „Solo ist man viel flexibler, kann kostengünstiger auftreten.“ So habe er schon sieben Monate nach dem ersten Lockdown wieder mit kleinen Konzerten begonnen. Er erinnert sich: „Da habe ich in Kirchen gespielt. Die Leute mussten sich 7,50 Meter auseinandersetzen – da konnten nur so wenige in den Raum. Wir haben einfach gleich zwei Mal hintereinander das gleiche Konzert gespielt. Aber immerhin konnte ich überhaupt auftreten.“

Auch, als die große Band-Tournee dann endlich stattfinden konnte, waren er und seine Crew verhältnismäßig gut aufgestellt, wie Kunze berichtet. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt er. Anders sei es bei vielen anderen, wie er aus der Branche wisse: „Ich kenne Musiker, die haben in den größten Arenen gespielt. Heute arbeiten sie an der Tankstelle.“ Für ihn sei es hart, die Branche so leiden zu sehen.

Der schönste Job, den ich mit vorstellen kann


Doch er lässt sich nicht entmutigen: Aus seiner Solokonzertreihe hat er direkt ein neues Live-Album aufgenommen: „Wie der Name schon sagt“. Zudem veröffentlichte er 2021 seine erste Autobiografie. Aus seinen Texten wird er auch bei seinem Auftritt in Uelzen lesen: „Das Programm ist eine Mischung aus Harald-Schmidt-Show und Bruce Springsteen live solo on Broadway. Es gibt viele Sprachbeiträge und es gibt auch ne ganze Menge zu lachen zwischen den Liedern. Also ein literarisches Programm mit allen Hits im neuen akustischen Gewand.“

Auf die Frage, ob er nicht manchmal genug vom Musikgeschäft und den Auftritten habe, lehnt er vehement ab: „Das ist der schönste Job, den ich mir vorstellen kann. Solange ich kann und es Menschen gibt, die Lust haben mir zuzuhören, mache ich weiter.“ Ideen habe er Fälle noch genug: Ich habe noch 1000 Texte in der Schublade.“

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