Rübenanbauer stellen sich auf Ende der Zuckermarktordnung ein

Eine Frage der Verträge

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Noch wird die heimische Zuckerrübenproduktion geschützt – mit dem Auslaufen der Zuckermarktordnung 2017 ist damit Schluss. Manche Anbauer sorgen sich um das, was dann kommt.

aja Uelzen/Landkreis. „Das ist das Jahr der Rübe“, stellt Stefan Büsching, Geschäftsführer des Rübeanbauer- und Aktionärsverband Nord (RAN), zufrieden fest. „Aber abgerechnet wird später."

Gut aufgelegt trugen er und der Vorsitzende des Regionalverbands, Eckhard Hinrichs, auf der Mitgliederversammlung die wesentlichen Fakten und Daten im Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr vor.

Der gemeinsame Blick der Rübenanbauer und Aktionäre sowie der Nordzucker AG richtete sich gen Europa und Weltmarkt. „Als ich das letzte Mal hier war, hatte ich Ihnen versprochen, dass die geltende Zuckermarktordnung bis zum Jahr 2020 Gültigkeit behält“, sagte Helmut Bleckwenn, der Vorsitzende des Dachverbandes Norddeutscher Zuckerrübenanbauer. Zuckerquoten und Rübenmindestpreise würden nun aber zum 30. September 2017 auslaufen. Bleiben werde allerdings der Einfuhrzoll für nicht-begünstigte Zuckerimporte und die Verpflichtung der Zuckerunternehmen zum Abschluss von Rübenlieferverträgen und Branchenvereinbarungen.

Eine umfassende Sicht auf den europäischen Raum präsentierte dann Elisabeth Lacoste, die als Generalsekretärin der Internationalen Vereinigung Europäischer Rübenanbauer (CIBE) in Brüssel die Interessen der europäischen Rübenanbauer verteidigt. Sie mahnte, „die Folgen für die Anbauer in Nordeuropa nicht zu unterschätzen“ und fasste die wesentlichen Aspekte der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP) für die europäischen Landwirte zusammen, die sich schon ab dem 1. Januar 2014 auswirken würden.

Richtungsweisende Entscheidungen seien für den Sommer 2016 zu erwarten, so Lacoste, aber die Vorbereitungen der Entscheidungen würden schon vorher die Strategien erkennbar werden lassen. Sicher ist sich die Fachfrau, die in den 90er Jahren längere Zeit am Standort in Uelzen tätig war, „dass man die Rübenanbauer auch nach Abschaffung der Quote brauchen wird“.

Deutlich zeigte auch Hartwig Fuchs, Vorsitzender im Vorstand der Nordzucker AG, die perspektivische Entwicklung des Zuckermarktes nach Wegfall des Quotensystems als Chance auf, am großen Weltmarkt beteiligt zu werden auf. Er hält es für wahrscheinlich, dass länger laufende Kontrakte abgeschlossen werden müssen. „Da geht es nicht um Preise, sondern um die Sicherung von Mengen.“

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