Heime unter einem Dach

Wichern-Haus und Heiligen-Geist-Stift gehen gemeinsame Wege

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In gut zwei Wochen erfolgt die Staffelstabübergabe: Bernt Renzenbrink (rechts) gibt die Geschäfte an Thomas Bader ab. Er wird künftig Geschäftsführer und Leiter des Wichern-Hauses und des Heiligen-Geist-Stiftes sein.

Uelzen. Ohne eine Weiterentwicklung wäre es für die beiden Diakonischen Seniorenpflegeheime in Uelzen in den nächsten Jahren eng geworden – deshalb gehen das Wichern-Haus an der Niendorfer Straße und der Heiligen-Geist-Stift an der Waldstraße künftig gemeinsame Wege und stellen sich auch völlig neu auf:

Der Bau einer gemeinsamen Einrichtung Im Hülsen mit 100 stationären Plätzen (AZ berichtete) ist dabei nur ein Schritt.

Das Wichern-Haus und der Heiligen-Geist-Stift sind „beide schwachbrüstig“ aufgestellt, so Bernt Renzenbrink. Der Berliner ist seit wenigen Jahren Interimsgeschäftsführer des Wichern-Hauses. Übernommen habe er diese Aufgabe, als ein erster „Notruf“ ausgesendet worden sei. Und in Uelzen stellte er schnell fest: Ein „weiter so“ kann es nicht geben. In dem Heiligen-Geist-Stift fand er nicht nur auch ein Diakonisches Pflegeheim, sondern auch eine Einrichtung, der es so wie dem Wichern-Haus mit seinen etwa 80 Pflegeplätzen ergeht. Renzenbrink arbeitete deshalb an einer Lösung, mit der „auf Dauer die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gesichert werden“, wie er sagt.

Nach derzeitigem Stand ist geplant, die beiden für die Einrichtungen existierenden Unternehmen zusammenzuführen. Bereits ab November wird es dafür mit Thomas Bader einen gemeinsamen Geschäftsführer und Leiter für die Einrichtungen geben. Seit 1995, so erklärt Bader, habe er bereits Leitungsfunktionen im Pflegebereich inne. Zuletzt war er im Landkreis Gifhorn tätig. Aus dem Nachbarlandkreis kommt auch eine finanzielle Hilfe. Die „Kästorfer Heime“ mit rund 1000 Mitarbeitern als ein Unternehmen der „Dachstiftung Diakonie“ wird sich in Uelzen engagieren.

Damit seien Innovationen möglich, so Renzenbrink. Im Hülsen werde eine Einrichtung mit 100 stationären Plätzen entstehen. Ein Bauantrag soll noch in diesem Jahr eingereicht werden, erklärt Bader. Die beiden bisherigen Einrichtungen würden bestehen bleiben, lediglich ihr Profil ändere sich. „Wir orientieren uns an der Frage: Was braucht der Markt?“, sagt Bader. Angedacht sei, im Heiligen-Geist-Stift und im Wichern-Haus Plätze für die Tages- und Kurzzeitpflege anzubieten. Immer bedeutsamer werde auch die ambulante Betreuung: „Wir wollen da sein für die Menschen in den Stadtteilen, in denen wir Einrichtungen haben.“ Der neue Geschäftsführer rechnet mit Investitionen von „mehr als 10 Millionen Euro“ für den Neu- und Umbau der Einrichtungen. Personal werde man nicht abbauen. „Wir werden noch zusätzliche Kräfte benötigen“, so Bader. Interimsgeschäftsführer Renzenbrink: „Die Zahl der Mitarbeiter wird sicherlich von derzeit 160 auf 200 steigen.“

Von Norman Reuter

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