„Hat nachweislich noch keinen Amokläufer produziert“

Da geht schon mal was daneben: „Podden“ nennen die Paintballer das Befüllen ihrer Markierer während eines laufenden Spiels.

Uelzen-Kl. Süstedt. Von außen sehen Passanten es dem Gebäude in Klein Süstedt nicht zwingend an, dass drinnen Paintball gespielt wird. Vorwiegend Uelzener, aber auch Männer und Frauen aus den Nachbarlandkreisen zieht es in den Ort, um dem Sport nachzugehen.

„Zu uns kommt jeder, egal ob Anwalt, Arzt oder Arbeiter, egal ob Mann oder Frau“, das weiß Michael Nilson. Er ist Mitbetreiber der Halle.

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Beim Paintball treten Mannschaften gegeneinander an und versuchen mit ihren Markierern, die mit Farbbällen gefüllt sind, Gegner zu treffen. Ist ein Spieler markiert, scheidet er aus und muss das Spielfeld verlassen. Das Feld ist mit – meist aufblasbaren – Deckungen versehen.

In den Turnier-Pausen ist gute Laune angesagt. Auch ist Zeit, das Sportgerät in Augenschein zu nehmen.

Dass diese eher junge Sportart von Kritikern als zu martialisch empfunden wird, kann Nilson nicht nachvollziehen. „Paintball hat nachweislich noch keinen Amokläufer produziert“, sagt der 26-Jährige. Eher das Gegenteil sei der Fall. Es handele sich schließlich um einen Sport, der Agressionen abbaue – und „in dem man sich abreagieren und auspowern kann“. Als Vergleich zieht Nilson das Fechten heran, bei dem auch auf Herz oder Kopf gezielt werde. „Bei uns ist es egal, wo die Person markiert wird. Ist man getroffen, ist man sofort raus“, erklärt Nilson die Regeln. „Extrapunkte für spezielle Treffer gibt es nicht.“ Auch seien Militärkleidung oder dergleichen bei Paintballern verpönt. Tatsächlich kommen Markierer und Trikots auffallend farbenfroh daher.

Für eine Demonstration ist eine Mannschaft aus der Altmark in die Uhlenköperstadt gereist, die Gruppe „Paint for Paint Altmark“. In einem Freundschaftsspiel tritt sie gegen die Lokalmatadore an, die „Uhlen Snipers“.

Fotos vom Paintball

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