Bevenser klagt gegen N-Bank, die Zuschüsse für Bungalow-Park am Alten Mühlenweg ablehnte

„Hasenrennen“ um Förderung

Der Plan für den geplanten Bungalow-Park hängt schon aus – nur an der Förderung und Umsetzung hapert es jetzt. Foto: Ph. Schulze

Bad Bevensen/Lüneburg. Es ist ein äußerst komplexer Sachverhalt mit einer „chaotischen Aktenlage“ wie sie Henning von Alten, Präsident des Lüneburger Verwaltungsgerichtes, bislang noch nie erlebt hat.

Und es ist die lange Geschichte eines Förderantrags, die gestern Vormittag vor der 5. Kammer besagten Gerichts ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht hat: Vor mehr als zwei Jahren nämlich hatte Thomas Röper bei der N-Bank einen Förderantrag gestellt. Und zwar für ein 12 Millionen Euro schweres Projekt: Der Geschäftsführer der BD Best Destination GmbH plant, wie berichtet, auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfs am Alten Mühlenweg in Bad Bevensen einen Park mit 30 Ferienbungalows. Doch die Förderbank des Landes hatte den Antrag abgelehnt. Mit der Begründung, dass trotz mehrmaliger Aufforderung wichtige Unterlagen fehlten.

Für die 5. Kammer des Lüneburger Verwaltungsgerichts hieß es nun, sich einen Überblick über den teils konfusen Verlauf der Verhandlungen seit 2009 zwischen Röper und der N-Bank zu verschaffen. Der Bevenser nämlich klagt gegen die N-Bank auf Aufhebung des Ablehnungsbescheids und Bewilligung des Investitionszuschusses für sein Projekt.

Der Vorsitzende Richter führte zunächst ausführlich in den verworrenen Sachverhalt ein. So hatte Thomas Röper seit 2009 sein Konzept vier Mal geändert. Anfangs gab es Pläne, die Bevenser Hotels „Residenz“, „Nicole“, „Grüning“ und das „Fährhaus“, später dann statt des „Fährhaus“ das „Ascona“ zu kaufen. Gemeinsam mit den geplanten Urlaubsbungalows sollten die Häuser dann zu einem großen Konzept zusammengefasst werden. Thomas Röper tat im Laufe der Modifizierungen für das Projekt verschiedene Investoren auf, die wiederum an ihn verpachtet hätten. Bei jedem Antrag des Bevensers auf Bezuschussung allerdings forderte die N-Bank Nachbesserungen. Vor allem eine Finanzierungsbestätigung für das 12 Millionen-Euro-Projekt, für das es im Rahmen der Regionalen Wirtschaftsförderung rund 4,5 Millionen Euro hätte geben können, habe gefehlt. Diverse Bestätigungen von Investoren lagen zwar vor. Diese beurteilte die N-Bank aber lediglich als „Interessenbekundungen“, wie die Vertreterin der Landesförderbank gestern Vormittag erklärte. „Der Antrag war sachlich nicht prüfbar.“

Besonderer Knackpunkt, der weder Thomas Röper noch Gerichtspräsident von Alten so richtig klar war: Ein Mal verlangte die N-Bank einen Nachweis für die Gesamtfinanzierung, ein anderes Mal einen Nachweis darüber, dass „nur“ die Differenz zwischen möglicher Fördersumme und Gesamtinvestionsvolumen gesichert ist. Die N-Bank-Vertreterin klärte schließlich auf, dass man lediglich die Finanzierung der Differenzsumme „ganz sicher bestätigt wissen“ möchte. Thomas Röper hielt dagegen, dass von ihm aber die Bestätigung für eine Finanzierung des Gesamtvolumens geordert worden sei. Wegen dieser und anderer Widersprüchlichkeiten sei es schwierig gewesen, konkrete Zusagen von potenziellen Investoren zu bekommen, erklärte er. „Deshalb war das mit keiner Bank zu Ende zu rechnen.“

Der Bevenser will aber auf jeden Fall an dem Bungalow-Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Hamburger Feriendorfes festhalten, versicherte er auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters. Allerdings seien zwischenzeitlich die Hotels „Grüning“, Residenz“ und „Ascona“ aus der Planung. „Das war ja ein ständiges Hasenrennen“, sagt Röper. Dafür habe er nun mittlerweile das Grundstück gekauft, auf dem das Hotel „Fährhaus“ steht – ein Erbbaugrundstück, das direkt neben seinem geplanten Bungalow-Park liegt. Mittlerweile habe er sich in Bad Bevensen ein etwa 84 000 Quadratmeter großes Areal zusammengekauft, auf dem er neben den Bungalows unter anderem auch betreute Wohneinheiten realisieren möchte.

Ein „ehrgeiziges und buntes Projekt“, wie Röper einräumte. Weswegen er auch glaube, dass die zuständige Sachbearbeiterin bei der N-Bank damit „überfordert gewesen“ sei. „Man hat sich nicht getraut, den letzten Schritt zu tun. Aber ich frage mich: Wo ist denn da die Förderung? Das ist Verhinderung.“

Das Gericht wird in Kürze eine Entscheidung verkünden.

Von Ines Bräutigam

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