Taxiunternehmer weiter wegen Schmerzensgeld vor Gericht / Urteil am 7. Februar

Harte Fronten nach Schlägerei

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kah Uelzen. Noch immer streiten ein 57-jähriger Uelzener und ein Uelzener Taxiunternehmer über einen Vorfall im März 2012 vor Gericht.

Erwiesen ist nach einem Strafgerichtsurteil im September, dass der 34-jährige Unternehmer den älteren Kläger nach einem Unfall am Hammersteinplatz zusammengeschlagen hat. Noch unklar ist, wie der 34-Jährige den Geschädigten entschädigen soll. Gegen ein Urteil aus dem November, nach dem der Taxiunternehmer 3000 Euro zahlen sollte, hat er Einspruch eingelegt. Also ging es bei einem Verhandlungstermin in dieser Woche erneut um die Höhe des Schmerzensgeldes und einen Ersatz für den Haushaltsführungsschaden, der durch die Verletzung des 57-Jährigen entstanden ist. Nach Zeugenaussagen seiner Frau und seines Sohnes habe er, der zum Teil den Haushalt führt, sich zwei Wochen lang kaum bewegen können.

Richter Eberhard Siemeke ließ sich den Vorfall von zwei Zeugen schildern. Beide berichteten, wie der Taxiunternehmer angegriffen hatte. Einer der Zeugen hatte einen Tritt gegen das Bein nicht sehen können, weil ein Auto dazwischen war. Der zweite Zeuge hatte diesen Tritt gesehen, außerdem berichteten beide von Schlägen zu Kopf und Brust. Von Gesten, die sich die Beteiligten vor der Schlägerei gezeigt haben könnten, wussten beide nichts.

„Wenn einer ohne Grund auf einen anderen losgeht und schlägt, das geht nicht“, sprach Siemeke dem 34-Jährigen ins Gewissen. Bei der Frage der Höhe des Schmerzensgeldes spiele es nun eine Rolle, ob man den Übergriff zumindest verstehen könne, deshalb Siemeke zum Taxiunternehmer: „Ich finde keinen Grund dafür, dass Sie das gemacht haben. Sagen Sie mir einen Grund!“

„Ich wurde ausgebremst und beleidigt“, erwiderte der 34-Jährige, leider habe das kein Zeuge gesehen. „Zum Streiten gehören immer zwei“, meinte er. Der Kläger, für den eine einvernehmliche Lösung nicht in Frage kam („Nein, definitiv nein“), schimpfte laut gegen die Gegenseite – was Siemeke überraschte: „Bisher war es so ruhig, und jetzt fangen Sie an, hier so einen Zauber zu machen!“ Siemeke, so schloss er, werde das erstmal verdauen. Ein Urteil will er am 7. Februar sprechen.

Eine Klage des Geschädigten gegen das Amtsgericht selbst wegen Rechtsbeugung wurde unterdessen abgelehnt. Er hatte geklagt, weil das Gericht ihn nicht als Zeugen hatte hören wollen

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