Lessing-Gymnasium verbietet Mobiltelefone / Backmeister-Schule weiß von nächtlichem Chatten

Handy-Verbot im Klassenzimmer

Das Handy bietet in Schulen immer wieder Anlass zu Diskussionen. Foto: dpa

Uelzen. Während des Unterrichts eine Nachricht mit dem Handy verschicken – das verstößt an Uelzener Schulen gegen die Hausordnung und führt immer wieder zu Diskussionen. An einigen Schulen ist auch während der Pausen der Umgang mit elektronischen Geräten nicht erlaubt.

So herrscht an der Hermann-Löns-Grundschule und am Lessing-Gymnasium (LeG) ein striktes Handyverbot während des Unterrichts und während der Pausen auf dem gesamten Schulgelände.

Somit tauchen im Schulalltag lediglich Einzelfälle von Cybermobbing auf, berichtet LeG-Lehrer Sven Kablau. Jüngst habe jedoch ein Schüler gegen die Hausordnung verstoßen und einem anderen Jungen einen verbotenen Film auf dem Smartphone gezeigt. Daraufhin seien die Eltern informiert worden. „Wir wollen, dass die Schüler miteinander kommunizieren und nicht die ganze Zeit online sind“, sagt Kablau. Nur in Ausnahmefällen dürften Schüler ihr Mobiltelefon benutzen, um ihre Eltern zu informieren. Dennoch weiß er, dass manche Schüler und Eltern dieses Verbot für unnötig halten.

Für Notfälle sind private Telefonnummern hinterlegt, erklärt Anneliese Witkowski, Leiterin der Hermann-Löns-Schule. Dort dürfen Grundschüler ihre Handys auch nicht in der Tasche aufbewahren. Muss ein Elternteil angerufen werden, sollen die Grundschüler das Sekretariat aufsuchen.

Am Herzog-Ernst-Gymnasium (HEG) und an der Lucas-Backmeister-Schule darf nur in Pausen in bestimmten Handyzonen gesimst werden. Am HEG sind das die Windfänge Nord/Süd und der Oberstufenraum. Diese Regelung sei auf Initiative der Eltern gemeinsam mit Schülern und Lehrern erarbeitet worden. „Manchmal hakt sie ein bisschen“, räumt der stellvertretende HEG-Schulleiter Dieter Schwerdtfeger ein, denn lediglich etwa 95 Prozent der Schüler würden sich an die Hausordnung halten. Den übrigen werde das Handy entzogen und sie dürften es erst um 13 Uhr wieder im Sekretariat abholen. Doch oft dauert es nicht lange, bis dieselben Schüler das Handy wieder am Ohr haben, schildert er und findet deshalb, dass die Hausordnung nachgearbeitet werden müsse: „Da gibt es Nachholbedarf.“ Ein grundsätzliches Handyverbot sei aber nicht geplant.

Bianca Scharfenstein von der Backmeister-Schule bekommt häufig im Hauptschulzweig zu hören: Der Schüler habe das Handy nur herausgeholt, um die Taschenrechner-Funktion zu benutzen. Doch das lässt sie nicht gelten. Nach dem Unterricht können diejenigen das Gerät zurückerhalten – dann kann es auch mal sein, dass ihnen im Sekretariat nicht gleich jemand den Wunsch erfüllen kann. Und somit rollen auch mal Tränen. „Sie können nicht zwei Tage ohne Handy sein“, weiß Scharfenstein. Sie wolle Mobilfunkgeräte nicht verteufeln, aber: „Das große Problem, dass ich manchmal sehe, ist, dass Schüler auch nachts bis zwei oder drei Uhr Nachrichten schreiben.“

Von Diane Baatani

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