Internetverkauf bedroht Fachgeschäfte - Urthe Eilers fordert gemeinsame Aktion

Uelzener Handel fürchtet Ausbluten

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Internetverkauf bedroht Uelzener Fachgeschäfte.

Uelzen. Der Verkauf im Internet macht den Einzelhändlern in Uelzen immer stärker zu schaffen. Konkret: „Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise in unserer Branche erstmals mehr Bücher im Internet gekauft als bei uns im stationären Handel“, schlägt Urthe Eilers, Filialleiterin der Buchhandlung Decius in der Fußgängerzone, Alarm.

Die Geschäftsfrau sieht große Gefahren auf den gesamten Einzelhandel zukommen. „Die Einkaufskultur ändert sich komplett. Früher hat man sich zum Shoppen getroffen, hat in Geschäften gestöbert, hat geklönt, hat Stunden miteinander verbracht. Und heute? Die Leute setzen sich an den Bildschirm und kaufen in Zeiten der Online-Riesen Amazon und Zalando am heimischen PC.“

Vor diesem Hintergrund macht sich Eilers für eine gezielte Kampagne der heimischen Kaufmannschaft stark. Motto: „Lass’ den Click in Deiner Stadt.“ Anders gesagt: „Buy local, kaufe lokal.“ Die Buchhändlerin würde sich wünschen, wenn sich Einzelhandel und Stadt an einer solchen Aktion – wie andere Städte auch – beteiligen würden. Dabei nimmt Eilers auch die Verbraucher in die Pflicht: „Jeder entscheidet mit seinem Kaufverhalten, wie die künftige Einkaufslandschaft in Uelzen aussehen wird. Jeder Verbraucher ist so wichtig, dass er die Situation direkt vor Ort stark beeinflusst.“

Dies gilt auch für den stationären Handel in der Elektrobranche. „Der Marktanteil der Onliner liegt bei uns bei rund 20 Prozent – mit steigender Tendenz, da liegen wir auf Platz 3 hinter Bekleidung und Büchern“, berichtet Peter Meinecke, Geschäftsführer von Euronics in Uelzen.

Gerne werde in dem Zusammenhang verdrängt, dass diese Onlineanteile für den stationären Handel einfach weg seien – auch für eine Stadt wie Uelzen. Das sollte auch in städtische Verkaufsflächenplanungen mit einfließen, betont der langjährige Unternehmer. Im Grunde seien heute alle Einzelhandelssortimente betroffen, es gebe nichts, was man im Netz nicht kaufen könne.

Meinecke weiter: „Wir sehen im Internet aber auch eine Chance, den Kunden über dieses Medium die Vorteile des stationären Einkaufs zu vermitteln und sie so in den Laden zu bekommen. Auch unsere Hersteller erkennen zunehmend die Wichtigkeit für Endverbraucher, Ware anzufassen, anzusehen, auszuprobieren und Fragen zu stellen. Es bleibt für alle Branchen zu hoffen, dass diese Erkenntnis nicht zu spät kommt, denn die Folge wäre ein massives Ausbluten der gesamten Handelslandschaft.“

Von Andreas Becker

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