„Haben die Lage im Griff“

Hallen-Belegung mit Flüchtlingen: Landkreis reagiert auf Sorgen von Eltern

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In der Sporthalle des Lessing-Gymnasiums werden am Montag Flüchtlinge einziehen.

Uelzen. Der Landkreis hat am Freitag auf die vom Vorsitzenden des Elternrates des Lessing-Gymnasiums (LeG), Dr. Dirk Jaskolla, formulierten Sorgen zum Flüchtlings-Einzug in die Sporthalle reagiert.

Der Erste Kreisrat Uwe Liestmann teilte der AZ mit: „Die Notwendigkeit eines Sicherheitskonzeptes sehe ich nicht, da es sich bei den untergebrachten Personen nicht um Kriminelle handelt, sondern um Menschen, die größtenteils vor Verfolgung, Folter, Vergewaltigung oder gar Tod geflüchtet sind. Eine besondere Gefährdung der Schüler des LeG durch die untergebrachten Flüchtlinge kann ich nicht erkennen.“

Uwe Liestmann

Die Sporthalle am LeG sei auch deswegen für die Unterbringung ausgesucht worden, weil eine gewisse räumliche Trennung zur Schule bestehe. Am Herzog-Ernst-Gymnasium und an der Oberschule Uelzen sei das nicht gegeben. Nach dem derzeitigen Stand gehe man beim Kreis außerdem davon aus, dass nach dem 23. November wieder Sport in den Hallen am LeG stattfinden könne. Bis dahin sei die Amtshilfe mit dem Land vereinbart. Allerdings sei die Lage so dynamisch, dass Veränderungen nicht ausgeschlossen werden könnten. Ein Beleg dafür ist, dass ein Viertel der Flüchtlinge in der Pestalozzi-Halle diese nach Polizeiangaben wieder verlassen hat.

Insgesamt hat der Kreis derzeit 800 bis 900 Flüchtlinge untergebracht. Dazu kommen in der Pestalozzi-Halle und ab Montag in der LeG-Halle bis zu 200 weitere sowie künftig bis zu 1500 in der geplanten Erstaufnahmeeinrichtung des Landes auf dem BGS-Gelände in Bad Bodenteich.

Der Kreis teilt in diesem Zusammenhang mit, dass die personellen Kapazitäten endlich seien, derzeit aber nicht absehbar sei, ob und bei welcher Zahl ein Limit erreicht werde. Zurzeit beherrsche man die Lage nach Einschätzung aller Beteiligten. Und das auch, weil die Akzeptanz in der Bevölkerung sehr hoch sei. Liestmann: „Den Menschen hier im Landkreis ist die Not der vielen Flüchtlinge sehr bewusst. Ein großer Dank und ein großes Lob geht an die vielen ehrenamtlichen Helfer. Und auch die hauptamtlichen Kräfte und Mitarbeiter zeigen ein gewaltiges Engagement, um die Situation weiterhin zu beherrschen.“

Von Steffen Kahl

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Einrichtung der Notunterkunft Pestalozzi-Sporthalle

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