„Hätten gern kooperiert“

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Ebstorfs Samtgemeindebürgermeister Torsten Wendt (links) und Bevensens Erster Samtgemeinderat Hans-Jürgen Kammer verwahren sich dagegen, als zwangsläufiges „Tandem“ bezeichnet zu werden – nur wollen sie im Falle einer Wahl des einen nicht auf den anderen verzichten.

Bad Bevensen/Ebstorf - Von Ines Bräutigam. Sie sollen eine echte Wahlalternative zu Hans-Jürgen Kammer und Torsten Wendt sein, die drei Kandidatenbewerber, die jüngst (wie berichtet) die CDU-Ortsverbände in den Samtgemeinden Bevensen und Altes Amt Ebstorf präsentiert haben. Denn Martin Oesterley – von den Christdemokraten mit der Koordination der parteieigenen Kandidatenkür beauftragt – wisse, dass nicht unbedingt jeder Wähler Kammer und Wendt quasi im „Tandem“ haben möchte. Denn beide hatten angekündigt, im Falle ihrer Wahl den jeweils anderen zum Stellvertreter vorzuschlagen.

„Das hat nichts mit einem unvermeidbaren Doppelpack zu tun“, betont Torsten Wendt, der ebenso wie Hans-Jürgen Kammer als unabhängiger Kandidat ins Rennen um den Bürgermeisterposten der im November fusionierenden Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf geht. „Der Bürger hat auf jeden Fall die Wahl zwischen mehreren Kandidaten, und jeder hat sein eigenes Wahlprogramm“, so Kammer. „Zu meinem gehört, dass ich Herrn Wendt als Stellvertreter haben möchte.“ Mit diesem Wissen könne der Wähler für sich abwägen und entscheiden.

Der amtierende Ebstorfer Samtgemeindebürgermeister Wendt und Bevensens Erster Samtgemeinderat Kammer wollen einen „reinen sachbezogenen Wahlkampf“. Zwar hat auch Martin Oesterley betont, keinen Lagerwahlkampf eröffnen zu wollen. „Aber genau das hat er jetzt getan“, finden Kammer und Wendt. Denn wenn es nach ihnen gegangen wäre, hätte es eine Kooperation mit der CDU gegeben. „Wir sind im November auf alle sieben Ortsverbände zugegangen“, sagen sie. Zwei haben telefonisch reagiert, zwei schriftlich, drei gar nicht. Ein Signal zur Kooperation war nicht dabei.

„Wir bedauern, dass die CDU auf diesem Weg nicht mitgehen will“, sagt Hans-Jürgen Kammer. „Unser Angebot bleibt aber bestehen“, betont Wendt, „denn es gibt in der CDU viele gute Leute, mit denen wir zusammenarbeiten möchten.“ Nicht zuletzt hätten bereits zahlreiche Mitglieder der CDU-Basis signalisiert, hinter Wendt und Kammer zu stehen.

Beide sind überzeugt davon, dass die Herausforderungen in der neuen Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf – die die größte in Niedersachsen sein wird – so gewaltig sind, dass Parteipolitik keine Rolle spielen darf, sondern es um Sachentscheidungen gehen muss. Nicht nur auf den neuen Samtgemeindebürgermeister werden große Aufgaben zukommen, auch der neue Stellvertreter wird besonders gefordert werden.

Weder Kammer noch Wendt, die den Fusionsprozess maßgeblich gestaltet haben, wollen deshalb im Falle ihrer Wahl auf die Kompetenz des jeweils anderen verzichten. Es gehe da um Vertrauen, um Wissen, um Umgangsstil. Und all das stimme zwischen den beiden. „Innerbetriebliche Reibungsverluste“, bringt es Torsten Wendt auf den Punkt, „können wir uns einfach nicht erlauben.“

Einen Neuanfang, den Martin Oesterley für notwendig hält, werde es so oder so geben, sagen Kammer und Wendt. Auch mit ihnen werde es „einen ganz anderen Stil und Umgang mit Bürgern geben“.

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