Uelzener Händler mit großer Verkaufsfläche atmen auf

Freude über das Ende der Testpflicht

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Im Landkreis Uelzen fällt von Dienstag nach Pfingsten an die Testpflicht im Einzelhandel.
  • Ulrike Meineke
    vonUlrike Meineke
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Aufatmen in der Uelzener Händlerschaft: Am Dienstag nach Pfingsten fällt im Landkreis die Testpflicht für den Einzelhandel. Der Protest von Unternehmen, insbesondere denen mit mehr als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche, ist in Hannover angekommen. Nach zwei Wochen, in denen im größeren Einzelhandel nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete einkaufen durften, ist nach Pfingsten Schluss mit dieser „unseriösen Regel“, wie etwa Peter Meinecke (Expert-Hanse-Verbund) sie nannte.

„Die Landesregierung muss sich auch mal klar machen, was solche unsinnigen Maßnahmen für den Handel bedeuten“, schimpft Meinecke rückblickend und verweist auf die Personalplanung, die auf die deutlich geringere Kundenfrequenz zugeschnitten werden muss, auf Kurzarbeit, das Organisieren von Teststationen, das Anpassen des Einkaufs ... „Allein das war eine reine Zumutung.“ Jetzt ist er aber froh darüber, dass die Testpflicht im Einzelhandel für Landkreise mit stabiler Inzidenz unter 50 wieder abgeschafft wird. Für die Zukunft hofft er auf „abgewogene, nachvollziehbare Maßnahmen, die nicht immer den Einzelhandel als Bauernopfer benutzen“. Peter Meinecke und sein Sohn Philipp betreiben mit dem Expert-Hanse-Verbund einen ihrer Elektrofachmärkte in Uelzen.

Endlich wieder ein Stück Freiheit

Uwe Schwenke, Geschäftsführer des Modehauses Ramelow in Uelzen

„Super, endlich mal wieder ein Stück Freiheit“, zeigt sich auch Uwe Schwenke, Geschäftsführer des Modehauses Ramelow in Uelzen, erleichtert. Er empfand die Regelung zuvor als „ungerecht und diskriminierend“. Auch die Kunden hätten nicht nachvollziehen können, warum sie sich in über 200 Quadratmeter großen Geschäften testen lassen mussten.

Viel Zeit für Gespräche mit der Kundschaft nahm sich auch Alexander Maaß, Geschäftsführer für den Einzelhandel bei der Mölders-Gruppe. Im Uelzener Hagebaumarkt stand noch eine ganz andere Problematik, denn der reine Baumarkt durfte nur mit Negativ-Test besucht werden, während das Gartencenter frei war. Wegen dieser Irritation wurde der Markt aber als Mischbetrieb eingestuft und darf seit vergangener Woche inzidenzunabhängig und ohne Test öffnen. „Das hat die Unsicherheiten genommen“, betont Maaß.

Auch Margarete Höber-Läer ist froh, dass das Dilemma mit dem Testen in größeren Geschäften ein Ende hat. „Wir konnten zwar einen Teil der Fläche absperren, um die Verkaufsfläche auf unter 200 Quadratmeter zu verkleinern, aber in einer Filiale ging das nicht“, sagt die Geschäftsführerin des Uelzener Schuhhauses Höber. In dieser einen Filiale sei der Umsatz um 80 bis 90 Prozent eingebrochen. „Sich testen lassen, nur um Schuhe zu kaufen, das wollten viele nicht“, begründet Höber-Läer. Sie hält das Ende der Testpflicht für „einen Segen“ und verweist auf die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung, die die meisten Kunden nutzen würden. „Das läuft völlig problemlos“.

Meinecke, Schwenke, Maaß und Höber-Läer hoffen, dass die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis Uelzen, bezogen auf 100 000 Einwohner und Woche, weiter so niedrig bleibt und die Bundes-Notbremse nicht wieder greift.

Mit Skepsis blicken die Gewerbetreibenden auf die in den vergangenen Tagen geführte Regierungsdebatte darüber, ob in Niedersachsen auch die Maskenpflicht bei stabiler Inzidenz unter 35 fallen soll. Gestern kam dafür aber die Absage (siehe Seite 1). „Unsere Mitarbeiter würden im direkten Kundenkontakt auch in diesem Fall weiter eine Maske tragen“, hatte Uwe Schwenke für sein Modehaus schon mal festgelegt. Denn wenn die Inzidenz wieder steigt, „haben wir alle nichts gewonnen“.

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