Händedruck mit dem Papst

Katharina Selma Roes aus Uelzen erlebt Privataudienz in Rom

Theologie-Studentin Katharina Selma Roes aus Uelzen durfte Papst Franziskus gemeinsam mit Studienpräfekt Pater Nikodemus Schnabel und ihrem Studienkollegen Raphael Röwekamp im Apostolischen Palast ein Regenbogenkreuz schenken.
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Theologie-Studentin Katharina Selma Roes aus Uelzen durfte Papst Franziskus gemeinsam mit Studienpräfekt Pater Nikodemus Schnabel und ihrem Studienkollegen Raphael Röwekamp im Apostolischen Palast ein Regenbogenkreuz schenken.
  • Lars Becker
    vonLars Becker
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Uelzen – Heute vor einer Woche, am 17. Dezember, ist Papst Franziskus 84 Jahre alt geworden.

Nur einen Tag später erlebte Katharina Selma Roes aus Uelzen, die seit 2016 evangelische Theologie in Kiel studiert, eine Privataudienz des Oberhauptes der katholischen Kirche in Rom. Sie durfte dem Heiligen Vater dabei in Zeiten der Corona-Pandemie sogar persönlich die Hand geben. Sie selbst trug dabei eine Mund-Nasen-Maske, der Pontifex nicht.

Für die Protestantin war die Privataudienz beim katholischen Oberhaupt eine „bereichernde Erfahrung“.

„Papst Franziskus hat eine Ansprache gehalten und uns einzeln begrüßt. Sehr beeindruckend fand ich, dass sich der Heilige Vater für uns Zeit genommen hat, obwohl wir nur eine Gruppe Studierender sind. Dazu noch unterschiedlicher Konfessionen. Es schien ihm sehr daran gelegen uns zu begrüßen – junge Leute, die in einer Zeit Theologie studieren, in der Religion eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint. Es war eine sehr bereichernde Erfahrung für mich“, schilderte die 25-Jährige der AZ ihre Eindrücke von der Privataudienz in Rom – wohlwissend, dass der „sympathische“ Papst ohne die Corona-Pandemie mutmaßlich kaum Zeit für sie und die Gruppe gehabt hätte.

Studium in Rom statt in Jerusalem

2015 hat die Studentin ihr Abitur am Lessing-Gymnasium in Uelzen gemacht und dann im Anschluss an einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) in Finnland das Studium der evangelischen Theologie in Kiel begonnen. Seit September weilt Katharina Selma Roes nun als Teilnehmerin des „Theologischen Studienjahres Jerusalem“ mitten im Herzen des katholischen Kirche in Rom. Dabei handelt es sich um ein Studienprogramm, das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), aber auch durch die Katholische Deutsche Bischofskonferenz gefördert wird.

20 Studierenden aus Deutschland und aktuell auch einer Schweizerin, die unterschiedlichen Konfessionen angehören, wird dabei eigentlich die Möglichkeit geboten, Theologie im Heiligen Land in Israel zu studieren. Besonders im Fokus stehen in diesem Jahr in der Dormitio-Abtei der Benediktiner in Jerusalem die Ökumene sowie die Archäologie, die Ostkirchenkunde sowie die Fächer Neues und Altes Testament.

„Weil wir nicht nach Israel einreisen konnten, befinden wir uns in Rom und studieren hier. Unser Studienpräfekt Pater Nikodemus Schnabel hatte beim Papst angefragt, ob er uns empfangen würde. Am Freitag sind wir dann im Apostolischen Palast zu einer Privataudienz empfangen worden“, so Katharina Selma Roes dazu, wie es zur Begegnung mit Franziskus gekommen war. Der Pontifex sei auch darauf eingegangen, dass die Studierenden eigentlich in Jerusalem sein sollten. „Ein Gefühl, das wir alle teilen“, so die Uelzerin.

Nachträglich ein Ständchen gesungen

Der Papst selbst sagte nach Angaben des Vatikan in seiner Ansprache: „Als junge Menschen, die Theologie studieren, seid ihr für eure Altersgenossen und für die Männer und Frauen von heute Zeugen für die Bedeutung Gottes im Leben und für die Fülle, die ein gelebter Glaube schenkt. Es wird eure Aufgabe sein, in den Dialog mit einer Welt zu treten, in der es immer weniger Platz für die Religion zu geben scheint. Es ist eine Aufgabe, die wir mit allen Gläubigen der verschiedenen Religionen teilen, weil wir wissen, dass es für unsere Gesellschaften gut ist, wenn wir Gott in ihnen gegenwärtig machen.”

Zum Ende der Audienz folgte noch ein ganz besonderer Moment: „Wir haben für Papst Franziskus ,Viel Glück und viel Segen‘ gesungen und ihm das Zeichen unseres Studienjahres, das Regenbogenkreuz, geschenkt.“

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