„Haben uns die Straße geklaut!“

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Anwohner des Addenstorfer Weges in Bargdorf klagen über starke Staubbelastung und fordern die Gemeinde Bienenbüttel auf, ihre Straße schnellstmöglich wieder zu asphaltieren.

Bad Bevensen. „Das ist kein Zustand, wir können da nicht mehr leben!“ Anlieger des Addenstorfer Weges in Bargdorf machten auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde Bienenbüttel ihrem Unmut Luft. Denn seit Frühling vergangenen Jahres – als der asphaltierte Addenstorfer Weg zurückgebaut und damit lediglich mit Schotter belegt wurde – staubt es im Sommer dermaßen an ihrer Straße – vor allem wenn der landwirtschaftliche Verkehr dort passiert –, dass sie sich in ihrer Lebensqualität massiv eingeschränkt fühlen. „Man fühlt sich wie in einem Gefängnis, weil man wegen des Staubs kein Fenster öffnen kann“, bringt es ein Anwohner auf den Punkt. Von Ines Bräutigam

Der Rückbau des Addenstorfer Weges war damals als Ausgleichsmaßnahme für andere Straßenbaumaßnahmen erfolgt. Der Bargdorfer Ortsvorsteher habe grünes Licht dafür gegeben und man sei davon ausgegangen, dass er das mit den Anwohnern abgestimmt hatte, erinnerte Ausschussvorsitzender Heinrich Hellbrügge (CDU). Die Staub-Problematik habe man wohl nicht berücksichtigt, „das Problem ist aber erkannt“. Wenn sich die Anlieger einig wären – schließlich müssten sie an den Ausbaukosten beteiligt werden – könnte die Straße wieder asphaltiert werden.

Dass sie nun auch noch zur Kasse gebeten werden sollen, bringt die Anlieger auf die Barrikaden. „Die Schuld liegt doch bei Ihnen“, schimpfte einer den politischen Vertretern entgegen, „das ist doch Körperverletzung.“ Über mangelnde Information den Rückbau betreffend, klagte ein anderer. Als er aus dem Urlaub gekommen sei, war plötzlich die Asphaltstraße weg. „In einer Nacht- und Nebelaktion haben Sie uns die Straße geklaut!“ prangerte er an.

Derlei Vorwürfe wiesen sowohl Heinrich Hellbrügge als auch Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günter Waltje zurück. „Das ist hier im Bauausschuss öffentlich besprochen worden“, betonten sie. Dass die Anlieger – viele Hamburger, die vor allem die Wochenenden in Bargdorf verbringen – nichts davon mitbekommen hatten, sei bedauerlich, aber wohl ihrem Hauptwohnsitz geschuldet.

Doch das mit den erholsamen Wochenenden scheint für die Anlieger des Addenstorfer Weges inzwischen auch passé zu sein. „Wir können hier gar keine Wochenenden mehr verbringen“, sagte einer, „und wenn wir herkommen, müssen wir das bei schlechtem Wetter tun, weil es sonst zu sehr staubt. Das ist doch absurd!“

Wenn nicht eine schnelle Entscheidung in ihrem Sinne gefällt wird, wollen die Anlieger Rechtsmittel einlegen, kündigen sie an. Der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Bienenbüttel hat gestern Abend über das Thema beraten.

„Wir haben woanders gute Erfahrung mit der Entsiegelung gemacht“, gab Bauamtsleiter Uwe Gundlach zu bedenken. Doch am Addenstorfer Weg in Bargdorf hat sich dieses Verfahren offensichtlich nicht bewährt. Das Aufbringen einer Asphaltschicht würde für die etwa 250 Meter lange Fahrbahn rund 20 000 Euro kosten. Man müsse dann eben an einer anderen Stelle Flächen zum Ausgleich entsiegeln. Laut Straßenausbaubeitragssatzung der Gemeinde Bienenbüttel würden 15 600 Euro auf die Eigentümer der anliegenden Grundstücke entfallen.

„Es besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass das gemacht werden muss“, räumte Bürgermeister Heinz-Günter Waltje ein und versprach den aufgebrachten Anliegern: „Sie haben von uns die Zusage, dass wir es schnellstmöglich machen würden, wenn der Verwaltungsausschuss und die Anlieger dem Ausbau zustimmen.“ Frühestens jedoch, so schätzte Bauamtsleiter Uwe Gundlach, wäre ein Ausbau in sechs Wochen realisierbar.

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