Zecken-Bestand auf Höchstwert: Erhöhtes Borreliose-Risiko

Gutes Jahr für Blutsauger

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Zecken können beim Saugvorgang gefährliche Krankheitserreger hinterlassen.

Uelzen/Landkreis. Sie sitzen auf Büschen, Sträuchern und Gräsern und lauern geduldig auf ihre Opfer: Zecken.

Die kleinen Spinnentierchen können beim Saugvorgang die gefährlichen Krankheiten Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine virale Hirnhautentzündung, und die bakterielle Erkrankung Borreliose übertragen.

In diesem Sommer sollten Personen, die ihre Freizeit gerne in der Natur verbringen, besonders vorsichtig sein. Denn: Die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Insektenfroschung (DZIF) prophezeihen ein „Zecken-Jahr“. „Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben“, ist sich Dr. Gerhard Dobler vom DFIZ sicher. In Relation zum Vorjahr soll sich der Bestand mehr als verdoppeln.

Mehr Zecken bedeuten immer auch ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Während FSME vor allem bei Zecken in Süddeutschland zu finden ist und in unserer Region so gut wie gar nicht vorkommt, kann Borreliose überall übertragen werden. „Bis zu 30 Prozent der Zecken tragen die Bakterien in sich“, informiert Dr. Claudia Schulze, Amtsärztin beim Landkreis Uelzen.

Um einer möglichen Infektion vorzubeugen, empfiehlt sie vor allem Eines: Wachsamkeit. „Wer sich in Wald und Wiese aufhält, sollte sich danach gründlich nach Zeckenbissen absuchen.“ Vor allem Körperstellen mit feuchter, warmer Haut wie Achselhöhle, Kniekehle oder der Schritt seien ein beliebtes Ziel von Zecken. Je schneller eine Zecke dann entfernt wird, desto geringer sei das Infektionsrisiko. „Passiert das in den ersten zwölf Stunden, hat man gute Chancen“, so Schulze.

Auch nach der Entfernung der Zecke sollte man den Biss unbedingt im Auge behalten. „Die Symptome wie eine sich ausbreitende Rötung, Fieber oder Gelenkschmerzen treten oft erst Tage oder Wochen später auf“, weiß die Ärztin. Bei Kindern empfiehlt sich etwa eine Markierung der Bissstelle. Treten die Symptome auf, heißt es: Ab zum Arzt. Dieser könne Borreliose gut mit Antibiotika behandeln.

FSME hingegen sei gefährlicher und schwerer zu behandeln. Schulze empfiehlt deswegen, sich bei anstehenden Reisen in Risikogebiete wie Bayern oder Österreich, impfen zu lassen.

Von Steffen Schmidt

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