AZ erklärt, was Verkehrsteilnehmer jetzt wissen müssen

Grünes Licht für Grünpfeile?

An Kreuzungen mit Ampeln besteht nun die Möglichkeit, einen Grünpfeil ausschließlich für den Radverkehr anzubringen. Doch die Grünpfeile sind nicht unumstritten.
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An Kreuzungen mit Ampeln besteht nun die Möglichkeit, einen Grünpfeil ausschließlich für den Radverkehr anzubringen. Doch die Grünpfeile sind nicht unumstritten. 

Härtere Strafen für Verkehrssünder, neue Schilder und Regeln. Eine überarbeitete Straßenverkehrsordnung (StVO) ist in Kraft getreten. Die AZ erklärt, was Verkehrsteilnehmer jetzt wissen müssen.

Uelzen/Landkreis – Mit der überarbeiteten Straßenverkehrsordnung sind auch neue Verkehrszeichen eingeführt worden. Eines davon: der Grünpfeil ausschließlich für den Radverkehr.

Im Straßenverkehr in Kreuzungs- und Einmündungsbereichen existierte bereits der Grünpfeil. 1978 wurde er in der früheren DDR eingeführt, nach der Wende ist er seit 1994 bundesweit zu finden. Der Grünpfeil besagt: Bei Rot an Ampeln können nach vorherigem Anhalten Verkehrsteilnehmer rechts abbiegen, wenn die Situation es zulässt und niemand gefährdet wird. Der Verkehr soll damit flüssiger rollen.

Mit der StVO-Novelle gibt es nun eine solche Regelung ausschließlich für den Radverkehr. Das dazu geschaffene Verkehrsschild macht das mit Schriftzug und entsprechenden Piktogrammen deutlich.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen, kurz BaSt, erklärt, dass sie in neun deutschen Städten Pilotversuche mit dem Grünpfeil für Radfahrer angeschoben habe – unter anderem in Bamberg, Darmstadt und München. Es werde untersucht, ob es unter Aspekten der Verkehrssicherheit sinnvoll ist, in ausgewählten Fällen die Grünpfeil-Regelung auf den Radverkehr zu beschränken. Auch hier ist der Gedanke, dass der Verkehrsfluss verbessert werden könnte – speziell für den Radverkehr.

Die Grünpfeile im Straßenverkehr sind jedoch nicht unumstritten. Die Unfallforschung der Versicherer (UVD) hat eine Studie zu den Grünpfeilen in Auftrag gegeben. Über die Ergebnisse informiert die UVD auf ihrer Homepage. Das Fazit: Nennenswerte Vorteile für den Verkehrsfluss bringen die Grünpfeile nicht. Stattdessen können sie „zu Behinderungen“ führen.

Auch die Straßenverkehrsbehörde der Hansestadt Uelzen sieht die Grünpfeile mit gemischten Gefühlen. Stadtsprecherin Ute Krüger erklärt: „Seitens der Straßenverkehrsbehörde der Hansestadt Uelzen sind ‘Grünpfeile’ für Autofahrer abgebaut worden. Der Grund: Viele Autofahrer fuhren weiter, ohne auf den restlichen vorfahrtsberechtigten Verkehr zu achten.“

Zu einer möglichen Einführung von Grünpfeilen ausschließlich für Radfahrer heißt es weiter: „Radfahrer sollen vorrangig auf der Fahrbahn fahren und müssen sich somit an die Regeln des Fahrzeugverkehrs halten.“ Werde einer Verkehrsart ein Vorrecht eingeräumt, bestehe die Gefahr, dass es an den möglichen Einmündungen und Kreuzungen zu vermeidbaren Unfallproblematiken kommt.

Deshalb gebe es, auch in Abstimmung mit der Verkehrspolizei, keine Pläne, innerhalb des Uelzener Stadtgebietes eine Grünpfeil-Beschilderung für Radfahrer zu installieren.

VON NORMAN REUTER

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