Duales System sträubt sich nicht mehr gegen Einführung

Grünes Licht für gelbe Tonnen im Landkreis Uelzen

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Verpackungen sollen ab 2021 im Landkreis in gelben Tonnen gesammelt werden.

Uelzen/Landkreis – Bei Sturm wandern gelbe Säcke durch die Straßen oder Waschbären räumen sie auf der Suche nach Nahrung aus – der Landkreis Uelzen ist jetzt bei seinen Plänen, gelbe Tonnen einzuführen (AZ berichtete), einen Schritt weitergekommen.

Das duale System Deutschland (DSD), das die gelben Säcke bereitstellt und sich auch um die Abfuhr kümmert, hat sein Einverständnis für die Umstellung auf gelbe Tonnen in der Region signalisiert.

Noch im letzten Jahr hatte sich das Duale System gegen eine Einführung gelber Tonnen im Landkreis gesträubt. Aus Kostengründen, wie es seinerzeit hieß. Weshalb der Landkreis auch erwägte, schwere Geschütze aufzufahren, und notfalls die Einführung erzwingen wollte. Nach neuestem Recht wäre das möglich gewesen, eine Rahmenvorgabe wurde dazu bereits formuliert. Nach der Stellungnahme von DSD sieht es nun aber nach einer Verständigung aus. Damit wird wohl die gelbe Tonne 2021 im Landkreis Uelzen eingeführt.

Eine Abfuhr von Verpackungen erfolgt demnach alle 14 Tage, wie jetzt bereits bei den gelben Säcken. Vorgesehen sind Tonnen in den Größen 120 Liter, 240 Liter für Haushalte und 1100 Liter für Mehrparteienhäuser, wie Simon Goerge vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises gegenüber der AZ erklärt. Gemessen an der Zahl von Restmülltonnen müssten bei Einführung der gelben Tonnen mindestens 30 000 Behälter im Kreis verteilt werden.

Nach Landkreisangaben ist das Duale System Deutschland der Auffassung, dass die Tonnengrößen und eine Abfuhr von 14 Tagen ausreichend sind, damit alle anfallenden Verpackungen abgeholt werden können. Der Landkreis Uelzen hatte seinerseits noch zusätzlich zu den Tonnen weiterhin eine Bereitstellung von gelben Säcken angedacht, was aber vom DSD wegen des hohen Aufwandes abgelehnt wird. So müssten eine Verteilung der Säcke und die Tonnen-Abfuhr organisiert werden.

Es sei auch zu befürchten, dass die Menschen die Verpackungen in gelben Säcken sammeln und diese dann in die gelben Tonnen packen werden – das ist aber nicht gewollt. Wenn es zu Übermengen kommen sollte, könnten Haushalte diese Mengen in transparenten Säcken sammeln und sie an Abfuhrtagen zu den Tonnen stellen oder sie bei den Wertstoffhöfen in Oldenstadt oder Borg abgeben.

Der Landkreis Uelzen kann sich mit der vorgeschlagenen Lösung anfreunden – an dieser Frage soll jedenfalls die gütliche Einigung nicht scheitern.

VON NORMAN REUTER

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