„Grüne Energie ist teurer“

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Im Bereich der Energiepolitik geschieht derzeit so einiges. Thorsten Riggert, Kreislandwirt und Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen, spricht vom „Fukushima-Effekt“.

Uelzen/Landkreis. Im Bereich der Energiepolitik geschieht derzeit so einiges. Thorsten Riggert, Kreislandwirt und Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen, spricht vom „Fukushima-Effekt“.

Thorsten Riggert

„Wo bleiben wir im Landkreis Uelzen bei der Energiewende?“, fragt sich der Kreislandwirt, denn die Landwirtschaft ist seiner Meinung nach bereit, mitzumachen. So muss es eine Alternative zum Atomstrom geben – und die sieht Riggert bei Windkraft und Biogas. „Doch hat sich die Gesellschaft bei uns zu einer Dagegen-Republik entwickelt“, kritisiert Riggert und nennt das jüngste Beispiel in Suderburg, wo sich gleich eine Bürgerinitiative gegen den Bau einer Biogasanlage gegründet hatte (die AZ berichtete). Und auch im Bereich Windkraft müsse man eben Schattenwurf und Geräusche in Kauf nehmen.

Wichtig bei allen alternativen Energieformen ist Riggert vor allem, dass die Wertschöpfung im Landkreis bleibt, und deshalb drängt er darauf, dass zusätzliche Flächen für Windkraftanlagen im Regionalen Raumordnungsprogramm ausgewiesen werden. Riggert: „Grüne Energie wie Windräder kann ich mir auch in Landschaftschutzgebieten vorstellen.“ Beispielhaft findet Riggert das Projekt der Saatbau Stoetze in Rosche. Die Biogasanlage wird von heimischen Landwirten betrieben und die Wertschöpfung bleibt in der Region.

Doch was Biogasanlagen im Landkreis Uelzen angeht, so warnt Riggert davor, mit Argumenten wie Vermaisung zu kommen: „Das mag für das Emsland gelten, aber im Landkreis Uelzen wird gerade mal auf 9,8 Prozent der Flächen Mais angebaut.“ Derzeit wird mit alternativen Pflanzen wie Zuckerrüben geforscht. „Das passt in unsere Region hervorragend rein.“ Erst am Mittwoch saß Riggert mit den Fraktionssprechern des Kreistags zusammen. Und auch dort herrscht Einigkeit darüber, dass der Bereich alternative Energie gestärkt werden muss. Der Kreislandwirt hält nichts von Höhenbegrenzungen, sondern die Windräder müssten optimal nach der neuesten Technik ausgerichtet werden. Außerdem hält er auch ein Umdenken bei Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für notwendig.

Doch gibt der Kreislandwirt auch zu bedenken, dass die Verbraucher in Kauf nehmen müssen, dass der Strompreis steigt: „Jeder Bürger muss begreifen, dass Energie teuerer wird.“ Besonders eben die grüne Energie.

Von Jörn Nolting