Holdenstedts Ortsbürgermeister plant Initiative für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden

Gründung eines Vereins: Hilfe unter Nachbarn

Einfamilienhäuser in Holdenstedt: Wer sich am Verein Nachbarschaftshilfe beteiligt, kann so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen. Foto: Ph. Schulze

Uelzen-Holdenstedt. Selbstbestimmt wohnen im Alter: Damit das für die Einwohner von Holdenstedt, Klein Süstedt und Borne möglich ist, möchte Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Heuer im kommenden Jahr einen Verein für Nachbarschaftshilfe gründen.

Hans-Jürgen Heuer

Wer in seinem Einfamilienhaus wohnen bleiben möchte, aber nicht mehr den Garten pflegen, Laub harken oder den Rasen mähen kann, könnte innerhalb dieses Vereins unterstützt werden. Im Gegenzug wäre es dann zum Beispiel möglich, dass diese Senioren die Kinderbetreuung von anderen Vereinsmitgliedern übernehmen, bei Schulaufgaben helfen oder den Nachwuchs zum Sportverein begleiten. Auch Einkäufe oder andere Tätigkeiten könnten auf diese Weise ausgetauscht werden, erklärt das CDU-Stadtratsmitglied. Somit könnten die Senioren weiterhin ihren Alltag selbst organisieren, und es fallen weniger Kosten an. „Es soll kein Geld fließen, sondern ein Austausch sein, zum Beispiel mit Gutscheinen“, empfiehlt Heuer.

Der Uelzener Ortsteil Holdenstedt besteht vorwiegend aus Gebieten mit Einfamilienhäusern, Mietwohnungen sind eher selten. Wenn der Nachwuchs das Elternhaus verlässt, steht bei vielen Eigentümern ein Teil des Hauses leer. Heuer sei im Wahlkampf häufig auf die Problematik angesprochen worden, dass die Menschen in ihren eigenen Häusern wohnen bleiben wollen.

Als nächsten Schritt möchte er daher zu Wohngemeinschaften ermutigen. Wenn beispielsweise in zwei Wohnhäusern Räume leer stehen, könnten die Bewohner in einem der beiden Häuser zusammenziehen und das andere, dann leer stehende Gebäude vermieten. So sei es möglich, aus den Mieteinnahmen einen altersgerechten Umbau des Hauses zu finanzieren, das von Senioren bewohnt wird. „Hier ist eine bessere Pflege gegeben, weil man sich gegenseitig unterstützen kann“, erläutert Heuer, der das Thema nicht länger aufschieben möchte. „Die Diskussion muss laufen, weil die Leute zueinander finden müssen.“

Mit den Mitgliedern des Holdenstedter SoVD hat Heuer bereits darüber gesprochen. Und er hat eine Tagung des Niedersachsenbüros „Wohnen im Alter“ in Lüneburg besucht, bei der es allerdings eher um neue Projekte zum gemeinschaftlichen Wohnen ging. „Das würde ich auch begrüßen, aber dafür bauchen wir Investoren“, sagt er. Oder es müsste sich eine Gruppe finden, die eine Genossenschaft gründet. Für Februar oder März kommenden Jahres möchte der Ortsbürgermeister zunächst ein erstes Treffen für Nachbarschaftshilfe organisieren.

Von Diane Baatani

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