Großmann-Daniel geht ins Rennen

Ivonne Groß-mann-Daniel

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. In der SPD beginnt jetzt nach dem angekündigten Rückzug von Landrat Theodor Elster die konkrete Kandidaten-Diskussion. Die Bodenteicher SPD-Kreistags-Politikern Ivonne Großmann-Daniel hat am Sonntagabend in einer Mail an den SPD-Unterbezirksvorsitzenden Klaus-Peter Dehde sowie an die Mitglieder des Unterbezirksvorstandes und der Ortsvereine ihr „Interesse zur Kandidatur als Landrätin“ bekundet.

„Entscheidend für die Entwicklung des Landkreises in den Bereichen Bildung, verkehrliche Anbindung an die Metropolregion Hamburg und Veränderungen bei den Verwaltungsstrukturen sowie möglichen Gebietsreformen ab 2011 ist eine starke Verankerung sozialdemokratischer Leitideen in den Räten ab 2011. Gemeinsam mit Dir und Euch möchte ich diese entwickeln“, lautet Großmann-Daniels Bewerbungsschreiben an den Unterbezirks-Vorsitzenden. Dehde hatte vor einigen Tagen in einem Brief alle SPD-Mitglieder im Landkreis aufgerufen, sich im Falle ihres Interesses für eine Landratskandidatur zu erklären.

Großmann-Daniel hatte sich bereits 2008 um die Nachfolge von Peter Struck als SPD-Bundestagskandidatin im Wahlkreis Celle-Uelzen beworben, musste sich aber Kirsten Lühmann aus dem mitgliederstärkeren Unterbezirk Celle geschlagen geben. Die 38-Jährige hatte damals aber angekündigt: „Ich werde meine Aktivitäten weiter fortsetzen und denke, dass sich noch einiges ergibt.“

Der SPD-Unterbezirks-Vorstand kommt in der nächsten Woche zusammen, Vor Ablauf seiner bis heute gesetzten Frist will Dehde öffentlich noch nicht zum Rücklauf auf seinen Vorstoß Stellung beziehen. Am Wochenende hatte CDU-Kreisvorsitzender Jörg Hillmer den Ersten Kreisrat Heiko Blume als Kandidaten der CDU-Kreisspitze vorgestellt.

Unterdessen signalisierte der ehemalige Landesvorsitzende der Grünen, Raimund Nowak, auf AZ-Nachfrage, dass er es „durchaus reizvoll“ findet, gegen Kandidaten wie Blume und Großmann-Daniel anzutreten. Die Grünen hatten den gebürtigen Uelzener bereits im April der SPD-Spitze als „überparteilichen Diskussionsvorschlag“ präsentiert. Bei den Sozialdemokraten zeichnete sich jedoch schnell ab, dass die Partei mit einem eigenen Personalangebot bei der Wahl antreten will.

Nowak bekräftigte, dass er auf eine „breite Unterstützung“ baut, bevor er sich offiziell bewirbt: „Ich will kein Alibi-Kandidat sein.“ Den Rückhalt erwarte er indes nicht unbedingt von anderen Parteien, sondern von den Menschen der Region. In persönlichen Gesprächen habe er auch von Mitgliedern anderer Parteien großen Rückhalt erfahren, sagte Nowak,. „Wie öffentlich sie sich das trauen, weiß ich aber nicht.“

Im Falls seiner Wahl wäre der 55-Jährige der erste grüne Landrat Deutschlands. „Ich säße automatisch im Vorstand des Landkreistages“, ist Nowak die überregionale Komponente bewusst. Im Oktober will er sich mit seinen Uelzener Parteifreunden intensiv beraten.

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