Gesundheitsamt hält Anstieg der Fälle für möglich / Impfungen weiterhin sinnvoll

Die Grippewelle rollt noch

+
Schnupfen, Husten, Fieber und alles tut weh – die Grippe hat derzeit viele Menschen fest im Griff.

Uelzen/Landkreis. In der vorletzten Woche lagen noch 23 Prozent der Kinder in ausgewählten Kindergärten wegen Grippe flach, in der vergangenen Woche waren es noch 14 Prozent. „Das kann ein erster Hinweis sein auf eine Entspannung der Grippewelle“, lautet Dr. Gerhard Wermes’ Einschätzung.

Muss es aber nicht. „Es kann gut sein, dass wir in den nächsten Wochen wieder einen Anstieg der Erkrankungsfälle erleben“, sagt der Leiter des Uelzener Gesundheitsamtes. Denn eine Grippewelle verläuft immer auch mit Schwankungen.

Um ihren Verlauf einschätzen zu können, fragt das Uelzener Gesundheitsamt in einigen Kindergärten die Zahlen der Kinder ab, die wegen Husten, Schnupfen und Atemwegserkrankungen zu Hause geblieben sind. „Das ist ein guter Gradmesser, weil man weiß, dass Kinder in der Regel vor den Erwachsenen erkranken“, erklärt Dr. Wermes. Das Immunsystem der Kleinen sei noch nicht so ausgebildet wie das der Großen.

Drei verschiedene Viren sind laut Wermes derzeit im Umlauf, eines davon ist der Schweinegrippe-Virus H1N1. „Zwei Drittel aller Fälle sind an diesem Virus erkrankt“, weiß der Amtsarzt, „allerdings ist er nicht so aggressiv wie vor zwei Jahren.“ Dafür aber ist die diesjährige Grippewelle doppelt so stark wie im vergangenen Jahr. Das kann zum einen an klimatischen Bedingungen liegen – kalte, trockene Luft reizt die Schleimhäute –, aber auch daran, dass die Virentypen sich verändert haben, sodass sie das Immunsystem noch nicht kennt.

Wer sich übrigens gegen die Grippe impfen lassen möchte, kann und sollte dies auch jetzt ruhig noch tun, empfiehlt Dr. Wermes. Um eine Ansteckung zu verhindern, sind häufiges Händewaschen, viel trinken und das Meiden von Menschenansammlungen angesagt – denn wo viele Leute sind, da sind auch viele Viren...

Von Ines Bräutigam

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare