Gesundheitsamtsleiter Dr. Gerhard Wermes empfiehlt Impfung bei chronisch Kranken und ab 60 Jahren

Die Grippe kann tödlich enden

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Die Grippesaison steht vor der Tür, vor allem chronisch Kranke und Menschen über 60 Jahren sollten sich laut dem Leiter des Gesundheitsamtes Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Dr. Gerhard Wermes, gegen Grippe impfen lassen.

Uelzen/Landkreis. Plötzlich auftretende Kopf- und Gliederschmerzen, trockener Husten und hohes Fieber das sind laut dem Leiter des Gesundheitsamtes Uelzen/Lüchow-Dannenberg, Dr. Gerhard Wermes, die typischen Symptome einer Grippe.

„Kommt noch eine Vorerkrankung wie Diabetes oder Asthma hinzu, kann die Krankheit durchaus auch einen tödlichen Verlauf nehmen“, warnt Wermes. Denn in Folge einer Grippe kann es laut dem Experten zu einer Lungenentzündung oder auch zu einer Herzmuskelentzündung kommen. Bei einem Diabetiker käme dann noch hinzu, dass es durch das Fieber schwieriger wird, den Blutzucker unter Kontrolle zu halten. „Das sind dann zusätzliche Belastungen, die zum Tode führen können. “ Auf rund 10 000 Menschen beziffert Wermes die Zahl der jährlichen Grippetoten.

Dr. Gerhard Wermes.

Daher sollten sich chronisch Kranke, Menschen mit Leber- oder Herzschäden sowie Personen ab 60 Jahren jetzt unbedingt impfen lassen, empfiehlt Wermes. „Nebenwirkungen bei der Impfung sind sehr selten. Man sollte sich nur nicht impfen lassen, wenn man gerade Fieber hat“, so der Leiter des Gesundheitsamts. Für Kinder, die geimpft werden müssen, gibt es inzwischen einen nasalen Impfstoff.

Neben dem schon erwähnten Personenkreis sollten laut Wermes auch medizinisches Personal, Pflegepersonal und die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen geimpft werden. Das sei wichtig, da sich die Grippe ansonsten rasant in solchen Einrichtungen ausbreiten könne.

Der Impfstoff selbst wird ein Jahr im Voraus produziert. „Man schaut zum Beispiel welche Grippeviren in Australien aktiv waren, die kommen meistens zu uns“, erklärt Wermes. So sei im australischen Winter 2016 der Grippevirus vom Typ H3N2 häufig aufgetreten. Daher werde im diesjährigen Impfstoff gegen diesen Virentyp sowie zwei weiteren geimpft. Wobei H3N2 ein alter Bekannter ist. „Schon im vergangenen Winter war dieser Grippevirus bei uns aktiv“, informiert Wermes. Selbst wenn andere Grippeviren als erwartet auftreten, birgt die Impfung einen Vorteil. „Der Krankheitsverlauf ist nicht mehr so schwer“, so Wermes

Um frühzeitig über mögliche Grippe- oder andere Krankheitswellen im Landkreis informiert zu sein, überwacht das Gesundheitsamt ausgewählte Kindergärten. Momentan fehlen laut Wermes rund zwölf Prozent der Kindergartenkinder hauptsächlich mit einem grippalen Infekt, also einer fiebrigen Erkältung. „Die eigentliche Grippewelle kommt noch und erreicht meist im Januar ihren Höhepunkt“, sagt Wermes.

Von Lars Lohmann

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