Arne Nolting wuchs im Landkreis Uelzen auf / Jetzt erhielt der Drehbuchautor zwei Grimme-Preise

Grimme-Preis für den Uelzener Arne Nolting

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Arne Nolting (Mitte) freute sich mit Co-Autor und Regisseur Jan-Martin Scharf (2. v.r.) und Kollegen über die Auszeichnung mit Deutschlands renommiertesten Fernsehpreis.

Marl/Uelzen. Ein Déjà-vu? Nein. Das stellte Moderator Jörg Thadeusz klar. Wer Gutes leistet, wird zum „Abräumer“ bei der Verleihung der Grimme-Preise.

Und so durfte am Freitagabend Arne Nolting, der im Landkreis Uelzen aufwuchs, gleich mehrfach die Bühne in Marl betreten. Als Drehbuchautor der Serien „Club der roten Bänder“ (Vox) und „Weinberg“ (Pay-TV Sender TNT) bekam Nolting zusammen mit Co-Autor Jan-Martin Scharf und Kollegen gleich zwei Mal Deutschlands renommiertesten Fernsehpreis überreicht. Was ging ihm durch den Kopf? „Es ist der schönste Moment, denn man hat lange und hart gearbeitet“, so der 43-Jährige gestern im AZ-Gespräch.

Die Serie „Club der roten Bänder“ erzählt die Geschichte von sechs Jugendlichen, die ihre Tage im Krankenhaus verbringen müssen. Sie alle sind schwer erkrankt, haben Krebs, liegen im Koma oder leiden an Magersucht. Das ist keine leichte Kost für Fernsehzuschauer. Nolting erzählte am Freitag im Interview mit Moderator Thadeusz, dass der Fernsehsender Vox auf sie als Drehbuchautoren zugekommen sei. Nolting gab zu, von dem Angebot überrascht gewesen zu sein. „Man ist nicht so viel Mut gewohnt“, sagte er im Hinblick auf die Arbeit mit Fernsehsendern. Im AZ-Gespräch unterstreicht er noch mal die Offenheit des Senders. „Bernd Reichart von Vox war ein Fels in der Brandung“, so Nolting.

Die Auszeichnung für „Club der roten Bänder“ war die erste am Freitagabend bei der Preisverleihung, 50 Minuten später stand Nolting erneut auf der Bühne. Diesmal für „Weinberg“: Die sechsteilige Serie ist ein düsteres Mystery-Werk. Es handelt von einem Mann, gespielt von Friedrich Mücke, der ohne Erinnerung neben einer Frauenleiche auf einem Weinberg erwacht. Als er Hilfe geholt hat, ist die Leiche plötzlich verschwunden. Wenig später wird die Weinkönigin für den am Fuße des Berges liegenden Ort vermisst. Die Jury für den Grimme-Preis lobte in ihrer Begründung die Idee, „eine Serie als modernes Schauermärchen in der Tradition der deutschen Romantik zu erzählen“. Und resümierte: „Poes Raben wachen über der atmosphärisch dichten Nebelsuppe aus Mystery- und Heimatfilm.“ Aber wie kommt ein Drehbuchautor auf eine solche Idee? Noltings Heimat Uelzen ist nicht gerade als Weinanbaugebiet bekannt. Oder spielte womöglich das Uelzener Weinfest eine Rolle? „Uns ging es vor allem um die Atmosphäre“, so Nolting. Die Handlung spiele in einem kleinen abgeschiedenen Ort. Er selbst sei in Hohenbünstorf aufgewachsen, ein idyllischer Ort. „Aber welche Mysterien lauern vielleicht in der Provinz?“, so der Drehbuch-Autor.

Nolting schrieb bereits Folgen für bekannte TV-Serien wie „Alarm für Cobra 11“ oder „Letzte Spur Berlin“, auch für die Krimis-Reihe „Wilsberg“ verfasste er Plots. Für ihn ist 2016 ein wahres Erfolgsjahr. Bereits im Januar erhielt er den Deutschen Fernsehpreis für die Serie „Club der roten Bänder“, jetzt durfte er zwei Grimme-Preise mit nach Hause nehmen. Nolting lebt inzwischen in Köln.

Was kommt nun? „Für uns gibt es nur eins: weitermachen. Wir stecken tief in der Arbeit zur zweiten Staffel für ,Club der roten Bänder‘. Im Sommer soll gedreht werden. Für Herbst ist die Ausstrahlung geplant.“

Von Norman Reuter

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