Tod bei der Grasmahd

Dieses Rehkitz ist zum Glück munter und gesund. Doch jährlich werden bundesweit mehr als 60 000 Rehe und Kitze während der Grasmahd durch Kreiselmäher getötet oder verletzt. Foto: Kiriczi

Uelzen/Landkreis. Im Laufe der Evolution hat das Rehwild gelernt, sich vor seinen Fressfeinden durch Verstecken und Drücken zu schützen. Diese angeborene Strategie versagt aber völlig bei der Technik in der heutigen Landwirtschaft.

Auf der Straße sterben bundesweit jedes Jahr mehr als 200 000 Rehe durch den Straßenverkehr. Neben diesem Aderlass kommen noch einmal über 60 000 getötete oder verstümmelte Rehe und darüber hinaus viele andere Jungtiere durch Kreiselmäher zu Tode.

Deshalb ruft Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge alle Landwirte und Jäger dazu auf, während der derzeitigen Grasmahd im Landkreis Uelzen alles zu unternehmen, um diese immensen Verluste von Jungtieren zu verhindern. Hellbrügge empfiehlt, 24 Stunden vor dem Mahdtermin den jeweiligen Jagdpächter zu verständigen, der dann am Abend vorher die Fläche mit seinem Jagdhund absucht. Auch wenn der Hund das Kitz durch den fehlenden Eigengeruch dann nicht findet, wird die Ricke durch die Beunruhigung ihr Kitz aus dem Schlag herausführen und in Sicherheit bringen.

Heinrich Hellbrügge

Das Aufstellen von Knistertüten, Blinkleuchten oder Flatterbändern ist ebenfalls effektiv. Hellbrügge empfiehlt weiterhin, das Feld mit dem Grünlandschnitt grundsätzlich von innen nach außen zu mähen, damit Feldhasen oder Fasanen die Möglichkeit haben, während der Mahd zu flüchten. Alle diese Maßnahmen sind auch wichtig, um tierschutzrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen. Wer eine Verletzung oder Tötung von Jungwild durch den Kreiselmäher billigend in Kauf nimmt, kann eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz begehen, die mit empfindlichen Geldstrafen geahndet werden kann. Immer häufiger sprechen Gerichte solche Urteile aus.

Der effektivster Wildretter ist immer noch der Jäger, der das Wild in seinem Revier genau beobachtet. Denn treibt sich eine tragende Ricke ständig in einem bestimmten Wiesenschlag herum und wird dann plötzlich mit eingefallenen Flanken oder prallem Gesäuge gesichtet, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass irgendwo in dieser Wiese ihre Kitze verborgen liegen.

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