Dütt und datt up Platt

Goode Naaberschaft

Goode Naaberschaft mut pflegt warn. Vör allem up Land kann man sik gegensiedig hölpen. Nix is schlimmer as wenn twee Naabers sik strieden doht. Wenn man dan Naaber wat lehnt hett, seggt man, hest du dat Recht, dik dat sülmst wedder to halen. Sün Naaber kann ok mal uppassen, wenn man mal wechföhrt.

Willi har dan ganzen Dag fix arbeit, har sik in sien Lehnstohl dal sett , endlich Fierabend! Inge, sien Froo kummt in de Stuuw rin: „Willi, denkst du ok doran, hüt abend sind wie inlaad von’ Naaber, half acht na’n Abendbroot.“ „Hüt abend,“ seggt Willi, „kummt öwerhaupt nich in Fraag, hüt giwt dat doch in Fernsehn dat Footballspell mit dan’ HSV nee, door ward nix von. Weest doch wie dat bi’n ümmer is. Eerst halt he to’n drinken sien Wien ut’n Keller, dan’ he sik von Urlaub mitbrocht hett. Schmecken deiht de doch nich. Ick glöw de is froh, wenn wie em dan’ mit utdrinkt. Je und denn kriggt he sien Biller rut und zeigt de uns. Wie oft hett he uns de Biller all wie’st, Venedig und Rom. Is doch jedesmal dat sülbe, dat hängt eenen je all ut’n Hals rut.

Ik up Football verzichten, kummt nich in Frag, ik bliew to Huus, will mien Fierabend!“ „Och,“ meen Inge, „wenn du denn de Biller mit de italienischen Fisch sühst, fangst du ok von dien angeln an to vertellen und dien Hän’d gaht ümmer breeder uteenanner, dat mutt he sik je denn ok ümmer wedder anhörn. De Kringel de de Naabersch backt und uns henstellt, schmeckt doch nich na em und nich na ehr, door könn se ok mal wat anners bringen.“ „Ja,“ fallt ehr Willi in’t Wort; „wenn dat Italienthema to End is, denn geiht dat doch los mit de Krannkheiten. De Naabersch läst doch alles wat dor öwer de Gesundheit und Krankheiten in de Illustrierten steiht, de is doch klööker as de Dokters, de snackt doch bald all latinsch. Meistens kriggt de dat aber dörcheenanner. As du dat nülichst mal in Nacken harst, woll se dik to’n Genikologen schicken. Is doch ganz gediegen, uns geqautsche is doch jedesmal dat sülbe. Nee, wie gaht door hüt nich hen. Ik will unbedingt HSV in Fernsehn sehn, wie bliewt to Huus, Punkt.“ „Ik heff bestimmt ok keen Meenung, aber eenfach nich hengahn, dat geiht doch ok nich.

Wenn wie nich kamt, roppt de doch bi uns an und fraagt na,“ wär Inge an öwerleggen, „oder wie föhrt wech?“ „Hörer affleggen,“ köm dat nu von Willi, „wechföhrn kummt öwerhaupt nich in Fraag.“ „Du Willi, weest du watt,“ sä do Inge, „ik glöw, wenn wie nich röbergaht, sind de Naabers froh, dat wie nich kamt und freut sik noch womöglich.“ Do köm Willi nu aber ut’n Sessel hoch, „du meenst, wenn wie nich hengaht, denn freut de sik? Nee, wenn dat so is, denn möt wie je doch unbedingt hen, de und sik noch freun?“ Do plinker Inge mit de Oogen und grient und lacht: „Geiht doch nix öwer goode Naaberschaft.“ Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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