VON WOCHE ZU WOCHE: Ist die Region für die Zukunft gerüstet? – Ein Kommentar von AZ-Redakteur Norman Reuter

Ein Glasfasernetz allein reicht nicht

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Glasfasernetze gelten allgemein als Infrastruktur der Zukunft (Symbolbild).

Uelzen – Das ist eine Nachricht! Die ersten Haushalte im Landkreis „surfen“ jetzt mithilfe des schnellen Glasfasernetzes.

Nach Jahren der Planungen, der Vermarktung und der Bauarbeiten zeigt sich nun im Alltag der Nutzen des 125 Millionen Euro schweren Projektes für die Kreisbewohner und die Region.

Steddorfs Ortsvorsteher Andreas Meyer findet in dieser Woche klare Worte dazu: Sein Dorf, das als eines der ersten am Glasfasernetz hängt, gewinnt gewaltig an Attraktivität. Moderne Arbeitsweisen wie das Homeoffice sind keine Zukunftsmusik mehr im 800-Seelen-Ort.

In Zeiten, in denen Menschen täglich digitale Medien und internetfähige Geräte nutzen, ist eine schnelle Datenautobahn so unerlässlich geworden wie fließend Wasser, Gas oder Strom. Um in Zukunft als Region bestehen zu können, braucht es aber noch weit mehr als ein Glasfasernetz.

50 Jahre alte Sporthallen und Oberschulen, die sich angesichts schwindender Schülerzahlen gerade so über Wasser halten können, während eine KGS wegen zu vieler Anmeldungen demnächst womöglich Eltern Absagen erteilen muss, sind keine Aushängeschilder. Das Thema wurde inzwischen erkannt, Sitzungen der Politik und Verwaltung sind für die kommenden Wochen anberaumt. Hier gilt es, mit gleichem Einsatz wie beim Glasfasernetz zu agieren.

Wer Schule und Beruf hinter sich hat, ist im Alter auf Unterstützung angewiesen. Und die Gesellschaft wird zunehmend älter. Menschen in der Pflege ächzen bereits jetzt unter der Arbeitslast und Senioren, die Hilfen benötigen, werden mitunter auf Wartelisten gesetzt. Haben hier die Kommunen, ihre Politiker und Verwaltungen bereits den Ernst der Lage erkannt?

Kurzum: Selbst wenn nun Schritt für Schritt das Glasfasernetz in Betrieb genommen wird, Gruben, in denen die Leitungen liegen, geschlossen werden: Es gibt noch reichlich Baustellen in der Region.

VON NORMAN REUTER

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