„Gewisse Unruhe“

Nachfrage nach Kleinem Waffenschein in Niedersachsen gestiegen

dpa Hannover. Die Nachfrage nach dem Kleinen Waffenschein für Schreckschuss- und Reizgaswaffen ist in Niedersachsen seit Silvester deutlich gestiegen. Ende Januar gab es nach Zahlen aus dem Innenministerium genau 27 525 Besitzer eines Kleinen Waffenscheins in Niedersachsen.

Damit kamen seit Ende Dezember in einem Monat fast 1100 Erlaubnisse neu dazu – so viele wie 2015 im Schnitt in einem halben Jahr.

Wie berichtet, ist auch in Stadt und Kreis Uelzen die Nachfrage nach diesen Erlaubnissen erkennbar angestiegen. Bei den Kommunen muss die Genehmigung beantragt werden, die 50 Euro kostet und dazu berechtigt, Schreckschuss-, Reizstoff- oder Signalwaffen verdeckt in der Öffentlichkeit mit sich zu führen. Eingesetzt werden dürfen die Waffen aber nur im Notfall.

Wer einen Kleinen Waffenschein haben will, muss erwachsen sein. Außerdem muss er versichern, weder vorbestraft noch krank, taub, blind, psychisch labil, drogen- oder alkoholabhängig zu sein. Die Genehmigung wird nach einem Blick in die Polizei- und Behördenregister erteilt, inzwischen kann dies allerdings auch mehr als einen Monat dauern.

Die Polizei sieht die Entwicklung mit Sorge. „Wir haben da ein Bauchgrummeln“, sagt der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen, Dietmar Schilff. Für Polizisten im Einsatz, aber auch für andere Menschen sei oft schwer erkennbar, ob jemand eine scharfe Waffe oder nur eine Schreckschusspistole ziehe, um sich zu schützen. „Es sorgt für eine gewisse Unruhe, wenn immer mehr Waffen unterwegs sind“, so Schilff.

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