Berichte über verdrecktes und unvollständiges Operationsbesteck

Kontrolleure im Uelzener Klinikum

+

tm Uelzen. Das Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg hat am Freitag unangekündigt Kontrollen im Uelzener Helios-Klinikum durchgeführt. Das bestätigte eine Sprecherin auf AZ-Nachfrage.

Hintergrund sind Berichte über verdrecktes und unvollständiges Operationsbesteck. "Wir haben überprüft, ob tatsächlich nur mit sauberem Besteck gearbeitet wird, verdrecktes also vorher in den Kontrollen entdeckt wird", erklärte die Sprecherin. Ergebnisse seien erst nächste Woche zu erwarten. Das Klinikum hatte nach AZ-Berichten eingeräumt, dass bis zu elf Prozent der Besteck-Sets unvollständig oder verdreckt sind, seit sie nicht mehr im eigenen Hause, sondern aus Kostengründen außerhalb sterilisiert werden.

Seitdem die Klinik ihre Sterilisation aus Kostengründen geschlossen und nach Gifhorn und Hildesheim verlagert hat, kommt es immer wieder zu Engpässen bei der Versorgung mit OP-Besteck: Bis zu elf Prozent der Instrumenten-Sets (sogenannte Siebe) sind unvollständig oder verdreckt, hatte das Klinikum vor zwei Wochen bestätigt. Manche Bestecke wiesen noch Blut- oder Gewebereste der Voroperation auf. Deshalb mussten schon diverse Operationen verschoben werden. Nach Angaben des Krankenhauses hatte das Fachpersonal die Mängel stets im Vorfeld eines Eingriffs entdeckt, niemand sei mit verunreinigtem Besteck operiert worden.

„Unsere Aufgabe ist es zu überprüfen, ob wirklich keine verdreckten Instrumente zum Einsatz gekommen sind“, erklärt von Mirbach. „Wir wollten uns gestern vor Ort überzeugen, dass die Kontrolle dieser OP-Siebe im Vorfeld eines Eingriffs tatsächlich funktioniert.“ Der Umstand, dass Operationen verschoben würden, falle dagegen nicht in die Zuständigkeit ihrer Behörde.

Üblicherweise macht die Gewerbeaufsicht turnusgemäß angemeldete Kontrollen in den Kliniken der Region. „Unangemeldet überprüfen wir nur, wenn es einen Anlass gibt“, so die stellvertretende Behördenleiterin. Verdreckte Instrumente sind ein solcher Anlass.

Von Thomas Mitzlaff

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare