Landvolk-Vorstand besichtigt Felder bei Uelzen

Getreideernte im Kreis Uelzen wird durchwachsen

Die Ernte hat begonnen. Ab jetzt sind wieder die Mähdrescher im Einsatz. Foto: landwirtschaftskammer
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Die Ernte hat begonnen. Ab jetzt sind wieder die Mähdrescher im Einsatz. Foto: landwirtschaftskammer

Uelzen/Landkreis – Die Getreideernte hat begonnen. Klar ist bereits jetzt: Rekorderträge sind nicht zu erwarten.

Machten sich ein Bild bei Uelzen (von links): Karl-Friedrich Meyer, Albert Schulte to Brinke (Präsident Landvolk Niedersachsen) und Dr. Holger Hennies.

Dafür habe die Trockenheit des Frühjahrs zu stark ins Kontor geschlagen: „Die Wassersituation ist ungünstiger als im Vorjahr, wir schleppen nach wie vor das Wasserdefizit im Unterboden von Jahr zu Jahr mit uns. In einigen Regionen ist es weiter viel zu trocken“, sagt Silke Breustedt-Muschalla, Sprecherin des Landvolks Niedersachsen. Davon machten sich gestern auch Vorstandsmitglieder des Verbands ein Bild bei einer Begehung auf Feldern westlich von Uelzen.

Trotz einiger Regengüsse bleibe das Niederschlagsdefizit beträchtlich hoch, der diesjährige Frühling gehöre zu den trockensten, die je verzeichnet wurden. Allerdings, so die Fachleute, waren die jüngsten Regenfälle für die Sommerkulturen äußerst wichtig und kamen diesen noch kurz vor der Ernte zugute, da die Bodenfeuchtigkeit in den meisten Regionen ein angemessenes Wachstum gewährleisten konnte.

Der Witterungsverlauf in Niedersachsen sei etwas günstiger als in anderen Regionen: Es habe kaum Frostschäden gegeben. Die Trockenschäden seien regional durchaus ausgeprägt, aber nicht flächendeckend. Es gab bislang kaum Hagelschäden oder andere Unwetterfolgen.

Auch die Pflanzenbaufachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen rechnen insgesamt mit einer durchschnittlichen Ernte.

„Insbesondere auf den leichteren Böden, die relativ wenig Wasser speichern können und die im April und Mai unter zeitweiligem Trockenstress zu leiden hatten, schreitet die Reife zügig voran“, sagt Carsten Rieckmann, bei der Kammer Leiter des Sachgebiets Mähdruschfrüchte. Die zum Teil ergiebigen Niederschläge im Juni seien allerdings für die Wintergerstenentwicklung vielfach zu spät gekommen. Teilweise hätten diese Niederschläge zur Ausbildung spät entwickelter Nebentriebe geführt, was die Erntebedingungen wiederum beeinträchtigen könne.

Ein Getreidefeld südlich von Uelzen. Die Ernte wird dieses Jahr nur durchschnittlich.

Auf den Standorten mit schwereren Böden rechnen Rieckmann und seine Kollegen bei der Ernte ab Mitte Juli mit besseren Erträgen. Generell stellen die Fachleute der Landwirtschaftskammer fest, dass die Getreidebestände durch die Bedingungen Anfang des Jahres in der Entwicklung beeinträchtigt wurden. Auf den anfangs durchnässten Äckern konnten viele Betriebe erst spät mit dem Düngen beginnen. Weil es im Frühjahr nicht mehr viel regnete, stand dieser Dünger den Pflanzen dann aber nicht ausreichend zur Verfügung. Dadurch konnten sich viele Kulturen nicht optimal entwickeln.

„Positiv ist jedoch zu vermerken, dass es aufgrund der Trockenheit in dieser Wachstumsphase recht selten zu Erkrankungen wie etwa Pilzbefall kam“, betont Rieckmann. Der Witterungsverlauf der kommenden Wochen werde mitentscheidend sein, ob die Pflanzen ihre Körner komplett ausbilden.

VON MICHAEL MICHALZIK

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