Citymanager: „Miserabelster“ Sonntag seit 15 Jahren / Demenz-Lauf umstritten

Geteiltes Echo im Handel

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Uelzen. „Frequenz gut – Umsätze geringer“. Mit diesem ebenso knackigen wie kurzen Fazit bewertet Uwe Schwenke, Geschäftsführer des Modehauses Ramelow und gleichzeitig Vorsitzender des Handelsvereins für die Stadt Uelzen, den ersten verkaufsoffenen Sonntagen in diesem Jahr.

„Wir haben im Vergleich zu anderen verkaufsoffenen Sonntag deutlich weniger verkauft – obwohl die Stadt und auch unser Haus insgesamt gut gefüllt gewesen waren. Das war schon ein kleiner Dämpfer“, bilanziert Schwenke im Gespräch mit der AZ.

Die Erklärung für das eher zögerliche Kaufverhalten? Der Unternehmer kennt die Antwort: „Bei Außentemperaturen von fünf Grad sind die Kunden in ihrer Wintergarderobe unterwegs. Da kommt wenig Appetit auf, nach Hemden oder Blusen für Frühjahr und Sommer zu greifen.“

Trotz der geringeren Umsätze sei er aber insgesamt mit dem verkaufsoffenen Sonntag zufrieden. „Wir hatten gute Aktionen auf der Straße und auch der Demenz-Lauf war gut. Dadurch, dass der Lauf bereits um 11.30 Uhr begonnen hat, war die Stadt auch gleich zur Mittagszeit voll mit Menschen“, so Schwenkes Beobachtung. Allerdings habe dann zwischen 14 und 16 Uhr die Masse an Kunden gefehlt.

Während Uwe Schwenke den Sonntag durchaus differenziert betrachtet, ist Margarete Höber-Stabel vom Schuhhaus Höber mächtig sauer. „Das war ein schlechter Tag für uns. Der vorweg stattgefundene Demenz-Lauf war eine Katastrophe. Die Straßen waren teilweise gesperrt, die Kunden konnten die Geschäfte nicht erreichen, ich selbst bin ja kaum auf meinen eigenen Hof gekommen.“ Somit sei das Geschäft erst viel später losgegangen. Einmal in Rage, legt die Geschäftsfrau nach: „Viele sind bei dem Lauf mitgelaufen. Und nach einem solchen Lauf hat man natürlich keine Lust mehr zum Einkaufen.“ Selbstverständlich, so Margarete Höber-Stabel weiter, habe auch das kalte Wetter nicht gerade zur Kauflust der Besucher beigetragen.

Die eher winterlichen Temperaturen führt auch Citymanager Joachim Lotz als einen Grund für den „miserabelsten verkaufsoffenen Sonntag“ an, „den ich seit 15 Jahren in Uelzen erlebt habe“. Bei dem Wetter sei es einfach nicht gelungen, die Kunden aus dem weiteren Umfeld Uelzens in die Stadt zu locken. Das Angebot in der City sei gut gewesen, doch müsste daran gearbeitet werden, dieses Angebot noch besser nach draußen zu kommunizieren.

Was den Demenz-Lauf betrifft, teilt der langjährige Citymanager die Kritik der Kollegin Höber-Stabel nicht: „Ich denke, der Demenz-Lauf war eine Bereicherung in der Stadt – zumal der Lauf deutlich vor dem Start des verkaufsoffenen Sonntags begonnen hat. Ab 14 Uhr waren die Geschäfte dann auch gut gefüllt.“ Nur habe die Kasse bei den Einzelhändler eben nicht geklingelt.

Von Andreas Becker

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