Aus für gemeinsam unterhaltenen Gesundheitsamtes wohl beschlossen

Gesundheitsamt Uelzen: Geschäftsführer abberufen, Stelle des leitenden Amtsarztes vakant

Das Gesundheitsamt hat in Uelzen zurzeit seinen Sitz auf dem Rahlande. In Lüchow gibt es einen weiteren Standort.
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Das Gesundheitsamt hat in Uelzen zurzeit seinen Sitz auf dem Rahlande. In Lüchow gibt es einen weiteren Standort.

Der Geschäftsführer abberufen, die Stelle des leitenden Amtsarztes vakant. Und am Dienstag, 15. Dezember, wird wohl das Aus des gemeinsam von den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg unterhaltenen Gesundheitsamtes beschlossen.

Derweil haben sich die Mitarbeiter vor allem um eines zu kümmern: die Corona-Pandemie.

Tobias Linke führt zurzeit die Geschäfte

Uelzen/Lüchow – Auch wenn zuletzt mit dem Bundestrend die Corona-Zahlen stiegen, gemessen an anderen Regionen Deutschlands ist der Nordosten Niedersachsens bisher eine Ausnahmeregion. Die Zahl der Erkrankten ist nicht so explodiert wie andernorts. Dies sei der Disziplin der Einwohner zu verdanken, aber auch den Kräften im Gesundheitsamt Uelzen/Lüchow-Dannenberg, so Claudia Joschko. „Wir haben ein hoch motiviertes Team“, sagt die Verwaltungsleiterin des Gesundheitsamts.

Sie schließt darin auch all jene ein, die zurzeit das Gesundheitsamt unterstützen. Denn auch, wenn die Fallzahlen niedriger sein mögen als in anderen Regionen: Ohne Hilfe geht es nicht. Neben der Betreuung der Erkrankten sind vor allem die Kontakte nachzuvollziehen, um Infektionsketten zu unterbrechen.

Das Gesundheitsamt ist in Form eines Zweckverbandes für die beiden Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg zuständig, für insgesamt 141 000 Bewohner. „Wir haben schon Tage, wo wir weit über den Dienst hinaus tätig sind“, sagt Tobias Linke, seines Zeichens stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes.

Wie Joschko erklärt, würden zurzeit neun Bundeswehrsoldaten, aber auch beispielsweise Finanzbeamte des Landes das Gesundheitsamt unterstützen. Die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg stellten ihrerseits zusätzliches Personal. Zudem seien sogenannte Containment Scouts im Einsatz. Das sind Kräfte, die sich speziell um die Kontaktverfolgung kümmern. Drei Studenten, die sich selbst gemeldet hätten, seien hier tätig, so Joschko.

Aber es gibt auch Abgänge. Im Team des Gesundheitsamtes selbst. Der leitende Amtsarzt Dr. Gerhard Wermes verabschiedete sich Ende September. Inzwischen hat auch seine Stellvertreterin Dr. Claudia Schulze die Kündigung eingereicht. Nach AZ-Informationen soll auch noch eine weitere Ärztin gekündigt haben.

Die Ärzte seien wichtig, ohne Frage, so Claudia Joschko. Aber das Gesundheitsamt bestehe auch noch aus weit mehr Mitarbeitern, sogenannten Gesundheitsaufsehern. Das seien ausgebildete Fachkräfte, die sich im Gesundheitsamt um Aufgaben kümmerten, so Joschko.

Die Bürger könnten Vertrauen darin haben, dass die Arbeit im Gesundheitsamt ohne Qualitätsverlust fortgeführt werde, so Tobias Linke. Man habe gerade eine Arztstelle wieder ab Januar besetzen können. Was die vakante Stelle des leitenden Amtsarztes betreffe, so sei man in Gesprächen für eine etwaige Amtshilfe. „Wir sind aber auch auf der Suche, um die Stelle wieder zu besetzen. Vor zwei Wochen haben wir ein Gespräch mit einem Headhunter geführt“, so Linke.

Er führt übrigens zurzeit die Geschäfte des Zweckverbandes, weil der eigentliche Geschäftsführer Claudius Teske im November mit sofortiger Wirkung abberufen worden war. Damit stellt sich die Frage, was aus dieser Aufgabe wird. Aber womöglich wird der Posten gar nicht mehr besetzt. Die Uelzener Kreisverwaltung hat vorgeschlagen, dass der hiesige Landkreis den 2006 entstandenen Zweckverband verlässt, was auch das Aus für das gemeinsam mit dem Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg geführte Gesundheitsamt bedeuten würde.

Nach den Vorstellungen der Uelzener würde das Gesundheitsamt wieder direkt in die Dezernatsstruktur der Kreisverwaltung eingebunden. Nötig sei das, um stärker als bisher, gerade auch in Pandemie-Zeiten einen direkten Zugriff auf das Gesundheitsamt zu haben, begründet die Kreisverwaltung ihren Vorstoß. Kommenden Dienstag wird der Uelzener Kreistag darüber abstimmen, es zeichnet sich eine Mehrheit dafür ab.

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