Die Nachtwächter-Crew begrüßt 5000. Teilnehmerin bei 113. Stadtführung

Gespielte Geschichte

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Als Sabine Meyer-Teelen (l.) den Innenhof betreten darf, wird sie als 5000. Teilnehmerin der Nachtwächterführungen reichlich beschenkt.

Uelzen. Kein Einlass für Sabine Meyer-Teelen. Sie musste am Sonnabend vor dem Eisentor am neuen Rathaus warten, während ihre Freundinnen aus dem kirchlichen Frauenkreis schon den Innenhof betreten durften.

Die Gruppe hatte sich für den Abend zur Nachtwächterführung in Uelzen angemeldet. Doch sollten sie nun ohne Sabine Meyer-Teelen den Rundgang durch die Stadt machen müssen? Nein. Im Gegenteil. Sabine Meyer-Teelen durfte an der Stadtführung teilnehmen, stand dabei sogar oft im Mittelpunkt des Geschehens. Denn: Die Dallahnerin war die 5000. Teilnehmerin an einer Nachtwächterführung, wie sie dann von Harald Meyer erfuhr. Vor und während der Führung wurde sie aus diesem Grund reichlich beschenkt. „Das ist ja besser als ein Lottogewinn“, freute sich Sabine Meyer-Teelen. Seit November 2009 gibt es nun die Rundgänge, bei denen 25 Aktive an verschiedenen Orten in der Innenstadt Szenen aus der Geschichte Uelzens präsentieren. Dabei treten historische Figuren auf, wie Herzog Ernst – der Bekenner –, der das Protestantentum nach Uelzen holte, oder Paul Ellerndorf, bedeutender Vertreter der Bierdynastie Ellerndorf. Dass nun bei der 113. Nachtwächterführung nach zwei Jahren und elf Monaten der 5000. Teilnehmer begrüßt werden konnte, war für Harald Meyer, der die Tour mit einer Arbeitsgruppe entwickelte, Anlass noch einmal an die Anfänge zu erinnern. „Ursprünglich“, so berichtete er, „waren wir 16 Spieler, nun sind wir 25, weil weitere, von der Idee begeisterte Uelzener und Aktive aus der Umgebung zu uns kamen. “ Insgesamt neun verschiedene Szenen stünden zur Auswahl, von denen sechs gespielt würden. „Was gezeigt wird, richtet sich nach den Spielern, die nicht immer teilnehmen können“, sagt Harald Meyer.

Am Sonnabend nicht fehlen durfte jene Gegebenheit, die noch heute der Stadt ihr Synonym beschert – die Geschichte des Uhlenköpers. Der Kaufmann Böning, gespielt von Dieter Boe, glaubte, ein Schnäppchen gemacht zu haben, als er vom Bauer Wulf alias Manfred Böttger einen Sack voll Birkhühner kaufte. Doch wie sich herausstellte, hatte er in Wirklichkeit Eulen erworben und wird noch, als er vor Gericht von Wulf das Geld einklagen will, vom Bauern verspottet. Die mit viel Witz dargebotene Anekdote kam wie die anderen Szenen bei den Gästen der Stadtführung an. Es wurde viel gelacht. „Für uns ist es ein schönes Erlebnis, den Menschen so Uelzen näher zu bringen“, meinte Harald Meyer. Bis zum Ende des Jahres wird die Nachtwächter-Crew über 120 Mal seit ihrem Bestehen Gäste durch die Stadt geführt haben.

Von Norman Reuter

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