VON WOCHE ZU WOCHE – Kommentar von AZ-Redakteur Timo Hölscher zur Debatte um die Sperrung der Marktstraßen in Uelzen während der Sommermonate

Gesperrte Marktstraßen in Uelzen: Gesucht wird ein Mix, der viele Interessen berücksichtigt

Die Marktstraßen in Uelzen haben eine Breite von bis zu 24 Metern. Eine Menge Platz, der gefüllt werden müsste, wenn keine Autos fahren würden, findet die Politik.
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Die Marktstraßen in Uelzen haben eine Breite von bis zu 24 Metern. Eine Menge Platz, der gefüllt werden müsste, wenn keine Autos fahren würden, findet die Politik.

Die Interessen und Wünsche von Bürgern in Innenstädten sind naturgemäß unterschiedlich. Gastronome und Einzelhändler freuen sich darüber, wenn viele Bürger regelmäßig die Innenstadt frequentieren und ausreichend Parkplatzmöglichkeiten vorhanden sind.

Bei den Bürgern sieht die Interessenslage schon deutlich heterogener aus. Freut sich der eine über viele Veranstaltungen, dann sitzt der andere gerne im Außenbereich der Gastronomie ohne störende Autos, die vorbeifahren. Und letztlich gibt es natürlich auch die Bürger, die gerne in der Innenstadt einkaufen und dafür Parkplätze benötigen.

Sogesehen überrascht es nicht, dass auch die aktuellen Umfrageergebnisse des Uelzener Stadtmarketings zu einer möglichen autofreien Zone im Bereich der Marktstraßen in den Monaten Mai bis September heterogen ausfallen. So unterstützen 61 Prozent der befragten Bürger den Vorschlag der UWG-Fraktion, während sich 63 Prozent der Einzelhändler und Gastronomoe dagegen aussprechen. Schaut man sich die Umfrageergebnisse genauer an, so wird ein weiterer Widerspruch deutlich. Schließlich erhoffen sich 30 Prozent der befragten Bürger von einer Sperrung eine erweiterte Gastronomiefläche. Die befragten Einzelhändler und Gastronome selbst geben an, bei einer Sperrung ihre Öffnungszeiten nicht erweitern zu wollen (86 Prozent). Und ebenfalls 86 Prozent würden ihre Außenverkaufsfläche, bzw. eine zusätzliche Bestuhlung nicht erweitern oder hinzunehmen.

Für welche Variante sich die Politik auch entscheiden wird in der Zukunft (im Gespräch ist schließlich auch eine generelle Einbahnstraßenregelung der Marktstraßen nach Vorschlag der SPD-Fraktion) – klar ist, keine Regelung wird letztlich alle zufrieden dastehen lassen. Es geht letztlich um einen guten Mix, der möglichst viele Interessen berücksichtigt. Öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder weiter auswärts zu parken und ein paar Schritte zu Fuß zu gehen, sind auch jetzt schon gute Alternativen, um die Innenstadt verkehrsmäßig zu entlasten.

VON TIMO HÖLSCHER

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