Uelzener Politik ist willens, Heimatmuseum an der Bahnhofstraße zu finanzieren

Geschichtsvermittlung in der Stadt

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Die früheren Bankräume an der Bahnhofstraße stehen zurzeit leer. Dort unterhält die Sparkasse seit Sommer lediglich noch einen Geldautomaten. Dort könnte bald ein Heimatmuseum zu finden sein.

Uelzen. Ein modernes Museum in bester Innenstadtlage? Das ist nicht länger mehr nur eine Wunschvorstellung des Uelzener Museums- und Heimatvereins.

Die Uelzener Politik ist mehrheitlich willens, ein Heimatmuseum an der Uelzener Bahnhofstraße in den Räumen der früheren Stadtsparkasse zu finanzieren.

Die CDU-Fraktion (13 Sitze im Stadtrat) werde höhere Zuschüsse für ein Museum dort bewilligen, erklärt der Fraktionsvorsitzende Markus Hannemann. Und auch die SPD-Fraktion (ebenfalls 13 Sitze) ist vom Projekt angetan, heißt es auf Nachfrage. Zwar verweist der Fraktionsvorsitzende der SPD, Klaus Knust, darauf, dass ein endgültiger Beschluss seiner Parteikollegen zu höheren Zuschüssen noch nicht vorliege, es gebe aber eine breite Zustimmung in der Fraktion.

Und der Verein darf bei seinem Museumsprojekt auch auf die Unterstützung weiterer Stadtratsmitglieder hoffen. So macht die Fraktion „WIR für Uelzen“ (2 Sitze) beim Thema Druck. Wie berichtet, will der Hauseigentümer möglichst zeitnah eine Entscheidung, ob er mit dem Heimatverein als Mieter rechnen darf, oder er sich einen anderen Mieter suchen muss.

Geht es nach „WIR für Uelzen“, soll sich bereits am Montag der Verwaltungsausschuss mit der Thematik befassen. Das wird er auch, heißt es aus dem Rathaus. Und von dort meldet sich auch auf Nachfrage Bürgermeister Jürgen Markwardt zu Wort. Er sei ein Befürworter des Projektes, erklärt er. Aber es gelte, den Projekt- und Finanzierungsplan des Heimatvereins intensiv zu prüfen. „Und natürlich ist auch immer der enge Zusammenhang mit dem Schlossverkauf zu betrachten“, so Markwardt.

Im Schloss Holdenstedt hat das Uelzener Heimatmuseum zurzeit seinen Sitz. Die Besucherzahlen dort sind aber überschaubar, waren wegen der Debatte um einen Verkauf des Schlosses in den letzten Jahren auch noch weiter rückläufig, wie der Trägerverein bereits mehrfach betonte. Ein Gutachten kam 2016 zu dem Ergebnis, dass – knapp formuliert – eine Ausstellung in der Innenstadt zukunftsträchtiger sei. Bei einem Bezug der Räume der früheren Stadtsparkasse hätte das Museum eine exponierte Lage und damit gute Chancen für die Zukunft, meint Markus Hannemann und begründet damit die Haltung seiner Fraktion. Ähnlich äußert sich auch Klaus Knust von der SPD.

Die Unterhaltungskosten für ein Museum an der Bahnhofstraße sind höher als im Schloss. 10.000 Euro jährlich will der Verein dafür zusätzlich aufbringen, indem er ein Haus, das er besitzt, verkauft. An städtischen Zuschüssen müssten zusätzlich jährlich 25.000 Euro fließen. Otto Lukat, Vorsitzender des Heimatvereins, verweist darauf, dass die Stadt doch den Erlös aus dem Schlossverkauf dafür nutzen könnte.

Aber wie weit ist die Stadt Uelzen beim Schlossverkauf? Seit März wird mit einem potenziellen Käufer aus Hamburg verhandelt. „Die Bestandteile für einen Kaufvertrag liegen im Entwurf vor und befinden sich derzeit in gegenseitiger Abstimmung“, erklärt Stadtsprecherin Ute Krüger. Ziel sei es, einen Vertrag möglichst bis Ende dieses Jahres zu verwirklichen.

Von Norman Reuter

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