Ein geräuschvolles Märchen

Uelzener Kinder musizierten in der Pestalozzischule.

Uelzen - Von Jürgen Köhler-Götze. Christoph Strieder hat die Ruhe weg. Eine halbe Stunde vor der Aufführung des Instrumentenmärchens „Ein Haus voll Musik“ durch die Dozenten der Musikschule Uelzen muss noch einmal geprobt werden, weil eine ganze Reihe Dozenten nicht mitspielen können: „Es fehlen uns heute Harfe, Posaune, Blockflöte und Keyboard“, bilanziert der Dirigent. Es bleibt nicht anderes übrig, als Text zu streichen, musikalische Parts neu zu verteilen und eine kurze Durchlaufprobe zu machen. Die Dozenten nehmen es ebenso locker.

Aufgabe des Märchens war, den Kindern, die nicht zu knapp mit ihren Eltern ins Forum der Pestalozzischule strömten, die einzelnen Instrumente vorzustellen und zu zeigen, dass ein einzelnes Instrument für sich allein noch nicht der Gipfel der Musik ist: Schön klingt es erst, wenn alle gemeinsam spielen.

Das lernt auch der Mann aus dem Märchen, in dessen Kopf immer schöne Melodien erklingen. Die pfeift er dann oder summt sie vor sich hin, aber die Melodien tauchen nur auf, wenn es ruhig um ihn herum ist. Er wohnt aber in der Stadt und da ist es laut. Beeindruckend lassen es die Musiker der Musikschule mit ihren Instrumenten um den Mann herum brummen, hupen, klingeln und dröhnen.

Also zieht der Mann aufs Land. Da ist es ruhig, die Melodien kommen wieder. Aber das Haus ist für ihn allein viel zu groß. Es müsste doch noch mehr Menschen geben, die Musik genau so gerne mögen wie er selber, überlegt sich der Mann. Gibt es, keine Frage. Nach und nach ziehen bei ihm ein die Familie Streicher mit Cello und Violine, die Holzbläser mit Klarinette, Saxophon und Querflöte, die Familie Blechbläser, die zwar von sich behauptet, sie spiele nicht nur Blech, aber trotzdem bei allen anderen Musikern aneckt, weil sie so laut ist.

Der Schlagzeuger wohnt freiwillig unter dem Dach, in einem Eckchen auf der Diele quartiert sich das Klavier ein, und als auch noch Akkordeon und die beiden Gitarren dazu kommen, ist das Haus voll. Aber auch leider voller Krach, denn alle Musiker spielen, was ihnen gerade so in den Sinn kommt. Schreckliche Katzenmusik eben. Die Lösung: Ein Dirigent muss her und alle müssen die gleiche Melodie spielen.

Nach dem Konzert durften die Kinder aus dem Publikum nach Herzenslust ausprobieren, welche Töne man den Instrumenten entlocken kann. Natürlich klingt auch das noch ziemlich nach Katzenmusik. Aller Anfang ist eben schwer. Lust an der Musik haben übrigens nicht nur die Kinder bekommen. Auch mancher Vater versuchte sich an Schlagzeug oder Saxophon.

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